Hilfe für einen Achtjährigen:

Danke Demmin! Endlich kann Geronimo laufen

Was Geronimo alles durchgemacht hat, mag man sich kaum vorstellen. Seit seiner Geburt litt er an einer schweren Krankheit, doch in seiner Heimat Angola konnte ihm keiner helfen. Nun kam der Achtjährige ins Demminer Krankenhaus. Dort gaben ihm die Ärzte ein Stück Kindheit zurück.

Geronimo freut sich. Mit Krücken kann er schon wieder laufen. Die Ärzte im Demminer Krankenhaus, Salah Dikou und Torsten Franck (rechts), haben den Achtjährigen operiert.
Gudrun Herzberg Geronimo freut sich. Mit Krücken kann er schon wieder laufen. Die Ärzte im Demminer Krankenhaus, Salah Dikou und Torsten Franck (rechts), haben den Achtjährigen operiert.

An eine schnelle Heilung glaubte wohl niemand, als Geronimo vor einem halben Jahr ins Demminer Kreiskrankenhaus kam. Der Junge aus Angola konnte nicht laufen, dabei war er doch schon acht Jahre alt. Seit seiner Geburt litt er an Klumpfüßen, doch in seiner Heimat konnte man ihm nicht helfen. Während andere Kinder durch die Gegend hüpften, konnte Geronimo nur robben – immer mit den Knöcheln über den Boden.

In Demmin bekam Geronimo nun endlich Hilfe. „Solche Operationen sind in Deutschland in diesem Alter nur noch sehr selten nötig“, erklärt der Leiter der Unfallchirurgie Dr. Torsten Franck. Denn wenn bei uns Kinder mit Klumpfüßen geboren werden, dann beginne die Behandlung schon im Babyalter, um die Füße zu richten. Nachdem sich der Junge acht Jahren lang gequält hatte, konnte nun nur noch eine Operation helfen. „Zwar hatten die Ärzte dort schon versucht, die Füße  zu richten. Aber ein Fuß hatte sich dabei entzündet“, erklärt Torsten Franck. Das SOS-Friedensdorf machte es nun möglich, den Jungen in Deutschland weiter zu behandeln.

Kleine Würstchen und großes Glück

Geronimo ist nicht das erste Kind, dass aus Kriegs- oder Krisengebieten ins Demminer Krankenhaus kommt. „Wir haben jedes Jahr ein Kind zur Betreuung hier und machen das auch gern. Die Kleinen werden von den Krankenschwestern immer so richtig verwöhnt“, erzählt der Chirurg lächelnd. Und auch Geronimo grinst. Ihm scheint es sichtlich gut zu gehen in der Demminer Klinik. Am Anfang sprach der Kleine kein Wort deutsch. Mittlerweile könne er aber schon sagen, was er möchte. Und auch wenn er gerade keinen Mucks von sich gibt, versichert Orthopäde Salah Dikou lachend: „Er versteht jedes Wort.“

Am liebsten spielt Geronimo mit Lego-Figuren und sein Leibgericht sind Fisch und Würstchen – aber bitte nur die kleinen. Die schmecken ihm am besten, wissen seine Retter. Auf der Kinderstation im Demminer Krankenhaus haben alle den Achtjährigen aus Angola ins Herz geschlossen, freuen sich über seine Fortschritte. Denn Geronimo kann endlich laufen! Bisher zwar nur mit Krücken, aber bald werde er das auch ganz allein können. „Da er vorher nie laufen konnte, musste er das jetzt erst lernen, wie ein Kleinkind. Die Muskel waren dafür gar nicht ausgebildet“, erklärt der Orthopäde.

Auch im SOS-Friedensdorf freut man sich schon auf Geronimo. In der nächsten Woche reist er zurück nach Hause. „Wir sind froh über die Unterstützung der Krankenhäuser, die die Operationen kostenlos vornehmen. In Demmin werden seit 1996 Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten behandelt“, sagt Christian Heisig vom SOS-Friedensdorf. 23 Patienten wurden in der Hansestadt schon behandelt.

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