Aufatmen an der B 194:

Das Amt verspricht weniger Ampel-Stress

Entwarnung für Demmin: Die angeblich drohenden 45 Minuten Wartezeit an den Ampeln der Großbaustelle B 194 sollen nur ein Extremfall sein. In aller Regel geht es schneller, verspricht das Straßenbauamt. Offene Fragen bleiben dennoch.

Ende gut, alles gut? Zum dritten Mal stellten sich Vertreter des Straßenbauamtes im Rathaussaal den Fragen der Demminer zum geplanten Ausbau der B 194 im Stadtgebiet.
Thoralf Plath Ende gut, alles gut? Zum dritten Mal stellten sich Vertreter des Straßenbauamtes im Rathaussaal den Fragen der Demminer zum geplanten Ausbau der B 194 im Stadtgebiet.

Es war nicht eben die beste Laune, mit der Rüdiger Lange im Rathaussaal Platz nahm am Donnerstagabend. Der Mann wohnt in Vorwerk, fast direkt an der Treptower Straße – und die Aussicht, bald für ein ganzes Jahr lang eine Großbaustelle mit Ampelstau vor der Haustür zu haben, findet Lange nicht lustig. „Meine Mutter ist 87 Jahre alt. Wenn ihr etwas passiert, weil sie durch die Baustelle nicht schnell genug zum Krankenhaus kommt oder ein Arzt zu ihr, werde ich Sie verklagen“, drohte er. Gemeint war Ronald Normann, Chef des Straßenbauamtes Güstrow, der noch zuständigen Behörde für die Großbaustelle B 194 von Vorwerk bis an den Geselliusplatz heran.

Der Güstrower Behördenchef ist dafür bekannt, den Leuten reinen Wein einzuschenken: „Es wird erst mal das pure Chaos geben“, räumte er vor gut 40 Demminern im Rathaussaal ein. „Es regelt sich alles, nach und nach, verlassen Sie sich drauf. Wir geben uns größte Mühe. Aber am Anfang klappt erfahrungsgemäß nicht alles wie geplant.“ Offen und sachlich antwortete auf die Fragen der Anwohner, blieb auch bei emotionalen Äußerungen ruhig: „Wir sind in unserer Arbeit an gesetzliche Vorschriften gebunden, daran halten wir uns. Wir machen hier nichts, um jemandem zu schaden. Aber natürlich haben Sie das Recht auf den Klageweg.“

45 Minuten - ein Extremszenario

Die vielleicht wichtigste Botschaft, die Normann an die Demminer hatte: Die befürchteten Ampelzeiten von 45 Minuten seien ein Extremszenario, zu dem es in der Praxis nur in Ausnahmesituationen kommen werde. „Im Regelfall gehen wir von 15 Minuten Wartezeit aus. Natürlich kann mal eine Havarie passieren, oder jemand fährt noch bei Rot, wenn schon der Gegenverkehr rollt, es gibt solche Situationen. Nichts klappt immer zu hundert Prozent. Darum sagen wir bis zu 45 Minuten. Der Normalfall wird es nicht.“

Durch die Variante der halbseitigen Sperrung werde der Straßenausbau der B 194 im Demminer Stadtgebiet aber deutlich teurer als geplant – drei Millionen Euro kalkuliert allein das Straßenbauamt. Und länger dauern werde die Baustelle wohl auch.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung