Protest gegen Klinikreform:

Das ist doch eine Luftnummer!

Krankenhaus-Reform? So nicht! Das sagen die Mitarbeiter der Demminer Klinik und starten eine Aktion mit vielen Luftballons und einer Nachricht, die eigentlich auch den Bundestag erreichen soll. Ob wohl die Ballons bis nach Berlin fliegen?

Ärzte, Schwestern und Angestellte des Kreiskrankenhauses Demmin ließen hunderte Luftballons steigen, um sich mit der Aktion gegen die Krankenhausreform und die damit verbundenen Kürzungen auszusprechen.
Gudrun Herzberg Ärzte, Schwestern und Angestellte des Kreiskrankenhauses Demmin ließen hunderte Luftballons steigen, um sich mit der Aktion gegen die Krankenhausreform und die damit verbundenen Kürzungen auszusprechen.

Demmin. „Das ist doch eine Luftnummer. Wir wehren uns vehement gegen die Krankenhausreform“, sagt Kai Firneisen, Geschäftsführer des Demminer Kreiskrankenhauses. Ärzte, Krankenschwester, Mitarbeiter aus der Verwaltung stehen vor der Klinik und halten Luftballons in der Hand. Mit einer Botschaft an den Bundestag in Berlin. „Ob unsere Ballons bis nach Berlin fliegen werden, wissen wir natürlich nicht. Aber dort, wo sie landen, wird sicherlich unsere Botschaft gelesen“, meint Firneisen.

Leistungsfähigkeit der Kliniken geschwächt

Für die Krankenhausreform 2015, die das Bundeskabinett beschlossen hat, haben die Mitarbeiter in Demmin wenig übrig, wie sie mit der Luftballon-Aktion zeigen wollen. Im Januar 2016 soll diese Reform in Kraft treten. „Wir bewerten die Finanzregelungen als Gesetz gegen Patienten, Mitarbeiter und Krankenhäuser“, erklärt Firneisen. Es gebe massive finanzielle Verschlechterungen mit dem Gesetz. Denn es seien Kürzungen für alle Krankenhäuser im Umfang von etwa einer Milliarde Euro vorgesehen.

 „Natürlich kann eine sachgerechte Qualitätsoffensive für die Krankenhäuser und die Patienten nur förderlich sein. Aber nur, wenn sich auch die Versorgung der Bevölkerung im stationären Bereich verbessert, und nicht, wie der Gesetzentwurf vorsieht, die Leistungsfähigkeit der Kliniken zulasten der Patienten geschwächt wird“, sagt Firneisen. Dagegen wolle man mit der Ballon-Aktion protestieren.

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