Die Stadt hält sich raus:

Das Regionalmuseum als Heimatstube?

Die Hansestadt sieht sich derzeit nicht in der Lage, dem Regionalmuseum finanziell stärker unter die Arme zu greifen: Der Bürgermeister verweist auf den nicht ausgeglichenen Haushalt. Bleibt als Lösung also nur noch die ehrenamtliche Betreibung?

Noch bis Ende Juni behält das Regionalmuseum seinen Sitz im Hanseufer-Zentrum, Miete zahlt der Kreis. Was danach kommt, ist ungewiss.
Thoralf Plath Noch bis Ende Juni behält das Regionalmuseum seinen Sitz im Hanseufer-Zentrum, Miete zahlt der Kreis. Was danach kommt, ist ungewiss.

Die Stadt Demmin und das Museum – ein distanziertes Verhältnis war das schon immer. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Sammlung von Beginn an unter dem Schirm des Kreises wuchs. So blieb es, auch nach dem Krieg. Es war eben ein, der Name sagte es schon, Kreisheimatmuseum. Fast wäre ein Stadtmuseum draus geworden. 2008, als es um die Zukunft der Sammlung ähnlich vage stand, nahm ein kommunales Betreibermodell Form an. Das fertige Umbauprojekt liegt noch heute in der Schreibtisch-Schublade von Wobau-Geschäftsführer Roman Gau.

Doch dann scheiterten die Verhandlungen zwischen Kommune und Kreis doch noch. Zu weit lag das Angebot des Landkreises von dem entfernt, was die Stadt als Minimum forderte für eine anspruchsvolle Betreibung. Landrat Siegfried Konieczny übertrug es schließlich einem Verein. Für fünf Jahre. Die sind nun um.

Eine bedeutende Sammlung einfach einmotten?

Ob der Trägerverein von Hans Clemens und der Landkreis noch über die Frist bis zum 30. Juni hinaus Partner bleiben, weiß derzeit niemand. Und selbst wenn es weitergeht: Wäre die Hansestadt bereit, dem Museum finanziell stärker beizuspringen? Selbst wenn die Kommune es wollte – im Moment könnte sie das gar nicht. Sagt Bürgermeister Michael Koch. „Eine stärkere finanzielle Beteiligung, gleichbedeutend mit der Übernahme weiterer freiwilliger Leistungen, ist bei einem ausgeglichenen städtischen Haushalt durchaus denkbar. Derzeit haben wir den aber nicht. Wir haben gerade erst in der letzten Woche die kommunalaufsichtliche Genehmigung für unseren Etat bekommen mit der Maßgabe, freiwillige Aufgaben zu verringern.“

Für den Fall der Fälle, dass der Landkreis mangels Betreiber gezwungen ist, den Museumsbestand einzumotten, gibt es nach Nordkurier-Informationen inzwischen immerhin ein Denkmodell: Es dann mit dem Kostenaufwand, der für die Einlagerung nötig wäre, und vielleicht einem städtischen Zuschuss auf ehrenamtlicher Basis weiterzuführen – ähnlich wie in Dargun oder Malchin.

Ist das die Zukunft? Das Demminer Regionalmuseum, dessen Bestand zu den bedeutendsten musealen Sammlungen Vorpommerns gehört, als ehrenamtlich betriebene Heimatstube? In der derzeitigen Situation seien aber alle Optionen zu diskutieren, räumt Museumschef Hans Clemens ein. „Natürlich ist es auch als stadtgeschichtliches Museum in Demmin denkbar. Ich habe aus den bisherigen Beratungen den Eindruck, dass sowohl im Kreis als auch der Kulturausschuss der Stadt großes Interesse besteht, das Museum zu erhalten. Darum gebe ich auch die Hoffnung noch nicht auf.“