Kreis will Ulanen-Erbe versteigern:

Das Weiße Krankenhaus kommt unter den Hammer

Zum ersten, zum zweiten, zum dritten: Der Seenplatte-Landkreis macht ernst mit seinem Ausverkauf Demminer Immobilien. Und lässt jetzt sein erstes Erbstück versteigern. Wer mitbieten will: 15 000 Euro Startgebot! Trotzdem kein Schnäppchen.

Der wuchtige Bau in der Loitzer Straße war schon vieles, nur nie schön. Wird er es bald? Das „Weiße Krankenhaus“, seit langem stark sanierungsbedürftig, soll am 7. März versteigert werden. Wer kauft unsere alte Ulanenkaserne? Foto: Georg Wagner
Georg Wagner Der wuchtige Bau in der Loitzer Straße war schon vieles, nur nie schön. Wird er es bald? Das „Weiße Krankenhaus“, seit langem stark sanierungsbedürftig, soll am 7. März versteigert werden. Wer kauft unsere alte Ulanenkaserne? Foto: Georg Wagner

Nun ist die Katze also aus dem Sack. Der graue Kasten an der Kurve der Loitzer Straße, den die Demminer immer noch das „Weiße Krankenhaus“ nennen, kommt tatsächlich unter den Hammer. Verscherbeln will der Landkreis sein Demminer Erbstück schon lange. Jetzt wird also ernst, drei, zwei, eins, meins! Einstiegsgebot für alle, die am 7. März mitsteigern wollen auf der Frühjahrsauktion in der Rostocker Ernst-Barlach-Straße: 15 000 Euro.

Für den Preis wird es kaum weggehen. Wenn es überhaupt einer will. Im aktuellen Katalog der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG wird das „Ehemalige Krankenhaus in Demmin“ zwar als Highlight als Position 1 geführt – unter 52 illustren Objekten wie einer Parzelle auf Hiddensee, zwei alten Hochbunkern in Bremen, einer Sandkuhle im vorpommernschen Irgendwo. Doch im Kleingedruckten wird aus dem Demminer Immobilien-Hit schnell wieder ein Mauerblümchen. „Feuchtigkeitsschäden. Schadhafte Putzfassade mit Rissen und Verwitterungen. Veraltete Holzfenster. Schwammbefall. Sanitärinstallation entsprechend ehemaliger Nutzung“, listet das Datenblatt auf.

Zieht der letzte Mieter bald aus?

Genutzt wird die 1890 als Kaserne erbaute, unter Denkmalschutz stehende Immobilie derzeit nur noch auf einer Etage vom Demminer Nierenzentrum. Es steht wohl für die 51 511 Euro Jahresnettomiete, die der Bau laut Auktionsblatt abwirft – wie lange noch, ist allerdings fraglich. Denn es gibt Gerüchte, das Dialysezentrum könnte mittelfristig unter die Fittiche des Demminer Kreiskrankenhauses ziehen. Dessen ärztlicher Direktor Lutz Wilhelm deutete so etwas kürzlich in einer Veranstaltung an: Man sei bestrebt, Facharztkliniken ans Krankenhaus zu holen, unter anderem die Dialyse. Dafür bräuchte es allerdings noch „bauliche Veränderungen“.

Zöge das Nierenzentrum in einen Neubau um, ständen 2830 Quadratmeter Nutzfläche komplett leer. Wer könnte Interesse haben? Die Demminer Ulanen-Freunde vielleicht? Sie planen Mitte März die Gründung ihres Garnisonsvereins. Vereinssitz soll zwar die einstige Ostkaserne am Bebelplatz werden. Aber auch das Weiße Krankenhaus war einmal Domizil des Vorpommernschen Ulanenregiments, hier sind die Stuben und Flure ihrem Originalzustand sogar noch viel näher. Der Garnisonsverein will der Militärgeschichte Demmins ein Museum widmen, und Platz hätte das Auktionsobjekt zur Genüge.

Auf der Frühjahrsauktion in Rostock wird man unsere Ulanen allerdings kaum mitbieten sehen. Und auch die Hansestadt nicht. Die Kommune hat bereits den Bahnhof ersteigert und im vorigen Jahr das alte Zillehaus gekauft. Genug Baustellen fürs Erste.

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