Freundeskreis engagiert sich für Kulturgut:

De plattdüütsche Sprak soll weiter leben

Es gibt sie noch, die plattdeutsche Sprache in der Region. Der Freundeskreis in Demmin pflegt sie und möchte sie auch an Jüngere weitergeben. Aber die Jugend hat kaum Interesse an diesem Kulturgut. Nur eine Schule gibt Unterricht.

Karsten Behrens gehört im Freundeskreis der plattdeutschen Sprache in Demmin zu den Jüngsten.
Gudrun Herzberg Karsten Behrens gehört im Freundeskreis der plattdeutschen Sprache in Demmin zu den Jüngsten.

In der Landesverfassung von Mecklenburg-Vorpommern steht geschrieben, wohl gemerkt, auf Plattdeutsch: Dat Land steiht för de plattdüütsche Sprak in un bringt ehr Pläg‘ vöran. Auf Hochdeutsch heißt das: Das Land steht für die plattdeutsche Sprache ein und bringt ihre Pflege voran. Diesen Satz las Karsten Behrens den Mitgliedern des Demminer Freundeskreises Plattdeutsch vor. „Viele waren erstaunt, denn sie wussten nicht, dass es die Landesverfassung auch auf Platt gibt. Das sei gut und noch besser wäre, wenn die Sprache in der Region nicht verloren geht“, so Behrens. Er gehört seit einigen Jahren dem Freundeskreis an, der von Margarete Klitzing vor 20 Jahren ins Leben gerufen wurde. Aber es sind hauptsächlich ältere Leute, die sich für diese Sprache engagieren und interessieren. Karsten Behrens gehört mit seinen 47 Jahren zu den Jüngsten im Freundeskreis. Er interessiere sich für diese Sprache, weiß aber, dass die Jüngeren nicht mehr herangeführt werden.

„Von staatlicher Seite müsste sich etwas tun, sonst gibt es die plattdeutsche Sprache bei uns bald nicht mehr“, sagt Ilse Rohde. Sie fürchtet, dass das Plattdeutsche den Bach runter gehe. Die Älteren würden die Sprache noch am Leben erhalten, aber das Land überlasse alles dem Selbstlauf, kritisiert sie. „Wenn wir nicht mehr sind, ist die Sprache weg“. Selbst ihr Enkel wolle die plattdeutsche Sprache nicht lernen, er brauche Englisch. Die 78-Jährige möchte es aber nicht mit ansehen, dass dieses Kulturgut verloren geht. Im Freundeskreis trifft man sich alle fünf Wochen, und es sind zumeist 25 bis 40 Interessierte, die den Geschichten zuhören.

An den Demminer Schulen wird die plattdeutsche Sprache eher weniger gewürdigt. „Wir haben derzeit keinen Lehrer dafür“, sagt Christiane Sack, Leiterin der Zille-Grundschule. Am Demminer Goethegymnasium engagiert sich Kathrin Werner für diese Sprache. Schon seit 1992/93 gibt es das Wahlpflichtfach Plattdeutsch am Gymnasium, für die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen.