45 Minuten warten an der B 194-Ampel:

Dem Schulbusverkehr droht der Kollaps

Ab Juni dürfte in Demmin das Verkehrschaos ausbrechen. Dann gehts los mit der Großbaustelle in der Treptower Straße. An den Ampeln drohen Wartezeiten bis zu einer dreiviertel Stunde. Nun zeichnet sich ein neues Problem ab: Die Schulbusse werden wohl nicht mehr pünktlich sein.

Roland Techow von der MVVG in Demmin ist verzweifelt: "Die Busse können nicht eine dreiviertel Stunde an der Baustelle stehen".
Gudrun Herzberg Roland Techow von der MVVG in Demmin ist verzweifelt: "Die Busse können nicht eine dreiviertel Stunde an der Baustelle stehen".

"Das wird ab Juni ein großes Chaos in Demmin. Die Treptower Straße ist Baustelle, von Vorwerk an und nichts geht mehr. Ich weiß nicht, wie ich den Busplan erstellen soll, bei einer dreiviertel Stunde Wartezeit an der Baustellenampel das geht gar nicht", sagt Roland Techow beinahe verzweifelt. Der Verkehrsleiter der Nahverkehrsgesellschaft MVVG sitzt vor den Buspläne, schiebt Abfahrzeiten hin und her - aber es gibt einfach keine Lösung.

"Wie kann Herr Normann vom Straßenbauamt sagen, für die Busse gibt es keine Transponder? Die schwimmen mit im Verkehr, das kann nicht sein. Wann sollen die Schulbusse bei den Wartezeiten an der Baustellenampel ankommen?", fragt er sich besorgt und ist sauer, dass niemand mit ihm spricht. Die Planung für das Bauvorhaben gehe über die Köpfe der MVVG hinweg. So müssen elf Buslinien durch die Baustelle Treptower Straße. "Bei den Wartezeiten brauche ich dann die doppelte Anzahl an Fahrern und Fahrzeugen, damit alles trotzdem pünktlich klappen soll. Wer soll das bezahlen?", fragt er.

Warten statt schlafen

Besonders schlimm: Er wisse noch nicht, wie er die Situation an den Schulen erklären soll. "Die Schulen sitzen mir im Nacken, wir können die Kinder auch nicht mitten in der Nacht abholen, damit sie pünktlich zum Schulbeginn sind", so Techow. Und er weiß auch schon, was dann passieren dürfte: Die Eltern werden alleine planen, Fahrgemeinschaften bilden, um ihre Kinder selbst zur Schule zu bringen. Das bedeute aber auch, dass noch etwa 40 Fahrzeuge mehr an der Baustellenampel stehen und die Schulbusse leer durch die Gegend fahren. "Wer soll das verantworten?", fragt er.

Das Straßenbauamt sieht hier jedoch keinen Handlungsbedarf. "Die Busse müssen sich unterordnen. Wir hatten nicht versprochen, dass sie auch einen Transponder erhalten, um auf etwa 150 Meter vor der Baustellenampel auf Grün zu drücken. Diese Fahrzeuge haben schließlich kein Sondersignal wie die Rettungswagen oder Feuerwehr", sagt Ronald Normann vom Straßenbauamt Güstrow. Das habe er nur versprochen, wenn es zur Vollsperrung gekommen wäre und die Busse durchs Wohngebiet hätten fahren müssen. "Jetzt muss das Busunternehmen mit dem Landkreis über eventuelle Zusatzkosten verhandeln", so Normann.