Sehr zum Wohle, Hansestadt!:

Demmin darf wieder Rotspon verkaufen

Es ist vorbei: Der in den Rathauskeller abgeschobene Demminer Rotspon darf wieder ans Tageslicht. Das Oberverwaltungsgericht des Landes hat den im Herbst geschmähten Wein rehabilitiert. Er ist frei – ohne wenn und aber. Von wegen Etikettenschwindel!

Er ist das Objekt der Begierde, selbst als er nicht mehr verkauft werden durfte: der Demminer Rotspon.
Georg Wagner Er ist das Objekt der Begierde, selbst als er nicht mehr verkauft werden durfte: der Demminer Rotspon.

Die Nachricht war eingeschlagen wie eine Bombe: Demmin durfte seinen Rotspon nicht mehr verkaufen! Das süffige Souvenir in der edlen Dreiviertelliter-Buddel musste mit sofortiger Wirkung aus dem Regal. Mitte Oktober war das, ein Lübecker Rotspon-Konkurrent hatte eine Verfügung erwirkt. Vorwurf: Etikettenschwindel und Verbrauchertäuschung. Rotwein in Verbindung mit dem Namen einer Stadt, in der der Traubensaft weder geerntet noch gekeltert noch abgefüllt worden war – das sollte nicht länger sein.

Nun, vier Monate später, ist der Spuk vorbei. Das Oberverwaltungsgericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat die Klage zurückgewiesen. „Komplett, ohne irgendwelche Auflagen. Ich bin sehr erleichtert“, sagte am Mittwoch Alexander Lau von der Rostocker Hanseatischen Kolonialwaren GmbH, die den Rotspon vertreibt.

Demmin darf seinen Rotspon also wieder ins Regal der Stadtinfo stellen – wie auch die Hansestädte Rostock, Greifswald und Anklam. Wann genau, hängt noch davon ab, wann das Rostocker Veterinäramt seine Verkaufsverbotsverfügung offiziell aufhebt – eine entsprechende Bitte hat Demmins Bürgermeister Michael Koch (CDU) am Dienstag an die Behörde geschickt. „Ich freue mich sehr, dass das Gerichtsurteil zu unseren Gunsten ausging und wir dieses beliebte Markenzeichen Demmins nun wieder im Angebot haben.“

Das Skandalgetränk blieb begehrt

So wirklich aufgegeben hatten die Demminer die Hoffnung wohl eh nie, ihren als Präsent so beliebten Roten wieder in den Handel bringen zu dürfen. Sonst hätten sie die 30 Flaschen, die im Herbst noch vorrätig waren, wohl kaum vier Monate lang sicher im Rathauskeller aufbewahrt. Dem Wein hat das nicht geschadet. Der Stadt durchaus. Immerhin spült jede verkaufte Rotsponflasche zwei Euro Gewinn in die kommunale Kasse. Seit „Markteinführung“ sollen in der Demminer Stadtinfo fast 3000 Flaschen über den Ladentisch gegangen sein.

Die 30 Restflaschen werden jetzt gewiss nicht mehr lange reichen – immer wieder hatten in den letzten Wochen Demminer oder auch auswärtige Besucher nachgefragt, ob das „Skandalgetränk“ denn schon wieder zu haben sei. Der Gerichtsprozess hat den Bekanntheitsgrad des Demminer Rotspon noch einmal kräftig gesteigert. So hofft man im Rathaus nun, dass das zeitweilige Verbot wenigstens einen kleinen Werbeeffekt hinterlässt: „Wir werden bei Bedarf natürlich umgehend Nachschub ordern“, verspricht Bürgermeister Koch.

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