Energie:

Demmin: Fernwärme wird teurer

Hoffentlich wird es ein milder Winter. Denn die warme Stube kostet für viele Demminer bald mehr: Fernwärme wird ab Januar teurer. Und der nächste Dreh an der Preisschraube steht vielleicht schon bald bevor.

Die warme Stube kostet für viele Demminer bald mehr.
             
Erwin Wodicka - wodicka@aon.at/Fotolia Die warme Stube kostet für viele Demminer bald mehr.  

Für die Mieter von mehr als tausend Wohnungen in Demmin wird das Heizen ab Neujahr empfindlich teurer: Die Stadtwerke erhöhen den Fernwärmepreis ab 1. Januar 2014 um drei Euro auf künftig 62,90 Euro pro Megawattstunde. Das entspricht einer Preissteigerung um fünf Prozent.

Für eine 60 Quadratmeter große Wohnung macht dies bei gleichbleibendem Heizverhalten eine Mehrbelastung von durchschnittlich 21 Euro pro Jahr aus, so die Beispielrechnung der Stadtwerke. Zum ersten mal nach vier Jahren dreht das kommunale Unternehmen damit an der Preisschraube. Seit Dezember 2009 kostete eine Megawattstunde Fernwärme in der Hansestadt 59,90 Euro. Das sei auf Grund mehrfach gestiegener Einkaufspreise für Erdgas und Erdöl, erhöhter Netzentgeltgebühren und einer reduzierten Steuerermäßigung für Fernwärme nicht mehr zu halten, begründet Stadtwerke-Prokurist Karsten Behrend die „Gegenmaßnahme“: Man sei nach mehreren Jahren eines konstanten Preises aus betriebswirtschaftlicher Sicht zur Anpassung gezwungen. „Die Beschaffungs- und Nebenkosten sind soweit gestiegen, dass uns da nichts anderes übrig blieb.“ So klingt das immer, wenn die Preise steigen.

Immerhin bleibt der Abgabepreis für Fernwärme in Demmin vergleichsweise auf weiterhin moderatem Niveau. In Greifswald etwa sind für die Megawattstunde im Mischpreis je nach Abnahmemenge bis zu 89 Euro fällig, in Neubrandenburg zwischen 77 und 87 Euro. Nach einem Branchenvergleich des Fachverbandes AGFW lag der Mischpreis von 53 ostdeutschen Fernwärme-Anbietern im vorigen Jahr bei 72,51 Euro, im bundesdeutsche Durchschnitt bei knapp 67 Euro. Allerdings kennen fast überall die Preise nur eine Richtung: aufwärts. Fernwärme ist im vorigen Jahr deutschlandweit deutlich teurer geworden - laut Preisvergleich der IHK Schleswig-Holstein durchschnittlich um 5,2 Prozent. Es gab allerdings auch Kommunen, die ihren Preis senkten: In Hannover etwa wurde Fernwärme um zehn Prozent billiger.

Die Stadtwerke GmbH Demmin gehen auch für 2014 von schlechten Zeiten aus. „Nach unseren gegenwärtigen kenntnissen sind leider weiter steigende Beschaffungspreise und eine ungute Entwicklung bei der Erdgassteuer zu erwarten“, sagt Prokurist Behrens. „Ob dies im kommenden Jahr zu einer weiteren Preisanpassung führen muss, ist derzeit noch nicht absehbar.“ Die Startegie der Stadtwerke läuft vor allem darauf hinaus, mit weiteren Anschlüssen von Gebäuden die Preise möglichst lange konstant zu halten. Mit anderen Worten: Flucht nach vorn. Derzeit versorgt das städtische Unternehmen in Demmin mit zwei Netzen und einer Biogasanlage 1200 Wohnungen, drei Schulen, die Feuerwehr, das Hanseufer-Zentrum, die Friesenhalle und das Rathaus mit Wärme.

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