Stadtvertretung:

Demmin muss mit mehr Flüchtlingen rechnen

Die Lage bei den Zuweisungen wird im Landkreis immer dramatischer. Dabei hat der Kreis laut Vize-Landrat weniger ein "Mengenproblem", als vielmehr ein Organisationsproblem. Jetzt sollen ihm auch die Kommunen aus der Patsche helfen.

Beim "Tanz der Kulturen" feierten Deutsche und Ausländer gemeinsam im Jugendhaus. Ohne solches ehrenamtliches Engagement wäre die Lage derzeit kaum zu bewältigen - und das wird sich vorerst wohl nicht ändern.
Georg Wagner Beim "Tanz der Kulturen" feierten Deutsche und Ausländer gemeinsam im Jugendhaus. Ohne solches ehrenamtliches Engagement wäre die Lage derzeit kaum zu bewältigen - und das wird sich vorerst wohl nicht ändern.

Ging der Kreis noch vor wenigen Wochen davon aus, dass er in diesem Jahr rund 3600 Migranten aufnehmen muss, so hat sich das mittlerweile auf mehr als 5000 erhöht. "Die Zunahme in Deutschland ist gigantisch", sagte Vize-Landrat Siegfried Konieczny (Die Linke) am Mittwochabend in der Demminer Stadtvertretung.

"Auf der kommunalen Ebene können wir das kaum beeinflussen, aber der Landkreis und die Kommunen sind verantwortlich für die Unterbringung." Dabei kommt Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu anderen Bundesländern noch gut weg. Etwa zwei Prozent aller Flüchtlinge und Asylbewerber entfallen laut Konieczny auf das Land, davon wiederum rund 20 Prozent auf den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Landkreis verliert jährlich 1800 Einwohner

Der hat selbst einen Schlüssel erstellt, nach dem die Menschen auf die Kommunen verteilt werden sollen. Allerdings ist er offensichtlich nicht einfach umzusetzen. "Demmin ist eine der ganz wenigen Städte, die ihre Aufnahmeverpflichtung seit Monaten erfüllt haben", sagte Konieczny. Dennoch müsse sich auch die Hansestadt auf weiteren Zuwachs einstellen. Dieses Jahr würden noch etwa 70 bis 80 Personen kommen, schätzte der Vize-Landrat und warnte schon einmal vor: "Wir rechnen zur Zeit mit mindestens den gleichen Zahlen für 2016. Nur bis zum Jahresende zu denken, macht wenig Sinn."

Das hat Folgen, auch wenn der Landkreis laut Konieczny nicht unbedingt zahlenmäßig überfordert ist, weil er seit Jahren rund 1800 Einwohner jährlich verliert. "Wir haben kein Mengenproblem", beschrieb er das, "sondern ein Problem mit der Organisation. Unsere Leute stehen bis zu den Achseln im Angstschweiß, weil wir aus der Bewegung heraus sicherstellen müssen, dass niemand auf der Straße steht."

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