Neue Förder-Gesellschaft beschlossen:

Demmin regiert künftig die Kreis-Museen

Was Landrat Heiko Kärger schon vor Monaten angekündigt hat, wird jetzt Wirklichkeit. Demmin wird Sitz der neuen Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Unumstritten ist das nicht.

Ist Demmin zu weit entfernt, um von dort aus das Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen zu lenken?
Georg Wagner Ist Demmin zu weit entfernt, um von dort aus das Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen zu lenken?

Die neue Wirtschaftsförderungsgesellschaft Mecklenburgische Seenplatte (WFM) des Landkreises wird ihren Sitz in Demmin bekommen. Das hat der Kreistag am Montagabend mit dem Beschluss des Gesellschaftsvertrages so festgelegt – trotz Widerständen. Denn manchem Abgeordneten wie beispielsweise Jobst-Peter Brach (Die Linke) liegt die Hansestadt zu weit abseits.

Schon vor Monaten hatte Landrat Heiko Kärger die Gründung der Gesellschaft anstelle des bisherigen Wirtschaftsförderungsamtes favorisiert und Demmin als Sitz ins Spiel gebracht. Sie soll zum einen generell die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Entwicklung im Landkreis fördern. Zum anderen soll sie die kulturellen Einrichtungen des Landkreises betreiben, das sind gegenwärtig das Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen, das Agroneum in Alt Schwerin und das Welcome-Center in Mirow.

Ex-Kreisstadt soll im Großkreis nicht vergessen werden

Als Nachfolgerin der bisherigen Wirtschaftsfördergesellschaft Müritz soll sie zudem das Existenzgründerzentrum in Waren übernehmen. Weil aber alle diese Einrichtungen weit entfernt von Demmin liegen, halten Kritiker wie Brach die Peenestadt als Sitz für verfehlt. Wenn die Gesellschaft schon nicht nach Waren komme, müsse sie wegen ihrer übergreifenden Tätigkeit direkt beim Landrat angesiedelt werden, sagte er.

Kärger selbst hatte hingegen seine Entscheidung für Demmin immer strukturpolitisch begründet. Die ehemalige Kreisstadt solle trotz ihrer Randlage im Großkreis nicht vergessen werden, was im Demminer Rathaus von Anfang an begrüßt wurde. Zugleich will der Kreis mit der neuen Gesellschaft Doppelstrukturen beseitigen und das bisherige Amt für Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus auflösen. Das soll rund 570 000 Euro sparen. Allerdings könnte damit ein neues Problem auftauchen. Wenn das Schliemann-Museum in eine GmbH komme, warnte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Helge Kramer, könnte es seinen Blaubuchtitel als national bedeutsame Kulturstätte verlieren.

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