Radwege:

Demmin und Loitz kommen sich näher

Die Radwege-Lücke zwischen Demmin und Loitz ist so gut wie geschlossen. Ende Oktober soll die Velo-Piste längs der B 194 fertig sein. Die Leute warten solange nicht, sie nutzen den Weg längst. Und siehe da: Plötzlich gibt’s Radfahrer, wo man seit Jahren keine sah.

Noch ist der neue Radweg zwischen Demmin und Rustow offiziell Baustelle, doch Arno Vogelsang aus Loitz und sein Opa Herbert probieren die Strecke schon mal aus.  
Thoralf Plath Noch ist der neue Radweg zwischen Demmin und Rustow offiziell Baustelle, doch Arno Vogelsang aus Loitz und sein Opa Herbert probieren die Strecke schon mal aus.  

Arno Vogelsang hat ihn schon ausprobiert mit seinem knallgelben Trekkingbike, gleich am ersten Ferientag. Fast die ganze Strecke ist der zehnjährige Loitzer abgeradelt, von Rustow bis kurz vor Demmin, zusammen mit seinem Opa Herbert. Das Urteil des Testfahrers über den neuen Radweg fällt so vorpommersch knapp wie positiv aus: „Geht so. Fährt sich ganz gut.“

Das finden offensichtlich auch andere. Auf der fast fertigen Velo-Piste längs der B 194 ist schon ordentlich Betrieb, so viele Drahtesel sah man auf der Bundesstraße selbst seit Jahren nicht. Dort kommt Radfahren längst einem lebensgefährlichen Leichtsinn gleich, findet auch Herbert Vogelsang. Früher ist er das kurze Stück nach Randow oder weiter nach Demmin öfter mal gefahren, aber heute, bei dem Verkehr? „Das kann man keinem mehr zumuten. Aber den neuen Radweg, den werden viele nutzen, nicht bloß Touristen, auch die Hiesigen.“

So ist das mit den Bedürfnissen. Oft werden sie erst sichtbar, wenn ihnen die Angebote entgegenkommen.

Offiziell ist der neue Fahrradweg – knapp acht Kilometer zwischen dem Demminer Ortsteil Waldberg und dem zu Loitz gehörenden Rustow – allerdings noch Baustelle. „Ende Oktober“, sagt Ronald Normann, Chef des Güstrower Straßenbauamts, auf die Frage nach der Fertigstellung. Den ursprünglichen Plänen trottet der Bau damit um zwei Monate hinterher: Eigentlich sollte die Strecke im August fertig sein.

Dass die Leute den asphaltierten Weg schon ordentlich nutzen, zumal an Wochenenden bei schönem Wetter, weiß Normann und will das wohl auch niemandem verbieten. Sicherheitshalber weist er aber doch auf die Rechtslage hin: „Wer dort jetzt schon Rad fährt, tut das natürlich auf eigene Gefahr.“

Noch in diesem Herbst beginnt nun auch der Bau des Aussichtsturms, mit dem das Straßenbauamt die Strecke längs des Peenetals krönen will. Motto: Wenn so ein fast zwei Millionen Euro teurer Luxus-Fahrradweg schon eigens Tunnel für Frösche und Amphibien kriegt, soll auch für die Radfahrer noch ein Schmankerl übrig sein.

Der Auftrag für die neun Meter hohe Kiek-in-die-Welt-Plattform ist bereits erteilt, die Firma Peene-Stahl aus Neukalen wird die Konstruktion bauen. So bleibt das Geld in der Region, und die Radfahrer haben etwas zu Staunen: Der weite Blick überdie alte Randower Fluss-Schleife mit dem überfluteten Polder zählt ganz bestimmt zu den schönsten Aussichten auf die vorpommersche Wildnis.

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