Breitband für alle:

Demmin will nicht mehr langsam sein

Ob Online-Handel oder soziale Netzwerke, Telefonieren via Skype oder die gute alte E-Mail: Ohne schnelles Internet geht auch in Vorpommern gar nichts mehr. Demmin hat kräftig Nachholbedarf wie ausgerechnet Beispiele aus dem IT-Bereich zeigen.

Demmin will seine Internetversorgung ausbauen - mit Hilfe des Landes.
Daniel Reinhardt Demmin will seine Internetversorgung ausbauen - mit Hilfe des Landes.

Die Hansestadt nimmt neuen Anlauf, um auf der digitalen Datenautobahn endlich auf die Überholspur zu kommen. Derzeit parkt Demmin eher auf dem Standstreifen, was die flächenendeckende Versorgung des Stadtgebiets mit Breitbandanschlüssen für schnelles Internet betrifft: „Unbefriedigend“, nennt Bürgermeister Michael Koch (CDU) den aktuellen  Zustand. „Vor allem die Wohngebiete in den Stadtrandlagen sind im Festnetzbereich nur schwach ausgebaut. Da sehen wir Handlungsbedarf.“

Computerkurs im Ausweichquartier

Obwohl der Bedarf an Zugängen mit hohen Übertragungsraten permanent zunimmt, sind viele Haushalte in Demmin vom schnellen Netz nach wie vor abgekoppelt. Das nimmt mitunter bizarre Züge an: Da muss die Volkshochschule ihren Computerkurs – ausgerechnet – schon mal in ein Ausweichquartier verlegen, weil der Internet-Anschluss am eigenen Standort noch aus der digitalen Steinzeit stammt. Auch in den Computerkabinetten der Demminer Schulen kann man ein Lied vom digitalen Dauerstau singen: Ein lahmer 6000er Netzzugang und 20 Schüler – da wird das „www“ zur Abkürzung für: warten, warten, warten.

Darum will die Hansestadt von dem Ausbauprogramm profitieren, das Schwerin in den nächsten fünf Jahren für die bessere Versorgung des dünn besiedelten ländlichen Raums mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen plant. Der Rathauschef lud sich dazu jetzt den Chef des Breitband-Kompetenzzentrums Mecklenburg-Vorpommern, Bernd Holter, zu einem Sondierungsgespräch nach Demmin ein. Holter kündigte den Plan der Landes an, bis 2020 im östlichen Mecklenburg-Vorpommern die moderne digitale Infrastruktur flächendeckend anzubieten. „Wegen der hohen Kosten der Erdverlegung der notwendigen Kabel werden zunehmend auch alternative Verfahren erwogen“, so Koch.