Verkehrslärm und kein Ende:

Demmin will Ruhe: Autos raus – aber wie?

Es dürfte eines der großen Themen des neuen Jahres in Demmin werden: Die Hansestadt will ihr Verkehrskonzept neu ordnen. Bewegt sich endlich etwas in der festgefahrenen Debatte um Einbahnstraßen und Ortsumgehung?

Nadelöhr Luisentor: Nicht erst seit der Erneuerung der Mühlengrabenbrücke zeigt sich das historische Gemäuer als einer der schwer zu umgehenden Engpässe im innerstädtischen Verkehr von Demmin.
Georg Wagner Nadelöhr Luisentor: Nicht erst seit der Erneuerung der Mühlengrabenbrücke zeigt sich das historische Gemäuer als einer der schwer zu umgehenden Engpässe im innerstädtischen Verkehr von Demmin.

Würde heute eine Umfrage starten, was den Demminern für die nächsten Jahre wichtig für die Entwicklung ihrer Stadt ist, eine verkehrsberuhigte Innenstadt landete ganz weit oben auf der Wunschliste. Die Diskussion von Varianten lief ermüdend lange in einer Art Endlosschleife, doch in diesem Jahr ist endlich Bewegung in das Thema gekommen.

Darum darf man gespannt sein, was der Bauausschuss des Stadtparlaments am Mittwoch ab 17 Uhr zu diesem Thema zu sagen hat: Das Fachgremium hat in seiner finalen Sitzung für 2013 das Verkehrskonzept auf der Tagesordnung. Es dürfte eines der wichtigsten Themen des neuen Jahres werden. Nicht nur, weil der Großausbau der B 194 im Stadtgebiet beginnt, vom Ortseingang Vorwerk bis an die Kreuzung Deutsch Kroner, die zum Kreisel umgestaltet werden soll. Es geht um viel mehr. Es geht vor allem um die Frage, wie der lästige Durchgangs- und Fernverkehr aus dem Demminer Stadtzentrum herauszubekommen ist.

Früher baute man für so etwas Umgehungsstraßen. Loitz hat seither seine Ruhe, auch die Darguner wollen das und haben schon fertige Trassenpläne in der Schublade. Doch die große Zeit der Ortsumgehungen neigt sich dem Ende zu für die kleinen Städte des Nordostens. Kein Geld mehr da. Im Fall Demmin gleich gar nicht: Was hier eine große Umgehungsstraße durch drei Flusstäler kostet, davon könnte man wohl das Pflaster des Marktes vergolden. Gerade ist das Thema im Bundesverkehrswegeplan nach ganz hinten durchgereicht worden – auf den Sankt Nimmerleinstag sozusagen.

Das hat auch sein Gutes. Intelligente, innovative Lösungen müssen her, eigene Lösungen. Und da tut sich was. Der vor Jahresfrist von der Stadt beauftragte Verkehrsplaner Heinz Mazur aus Hannover empfiehlt Mutiges: Einbahnstraßenring aufbrechen, den Fernverkehr über mehrere Kreisel am Rand der Innenstadt abfangen und über zentrumsnahe Trassen umleiten. Das wird neue Diskussionen auslösen, auch in der Schiller-, Pompe- oder Frauenstraße geht den Leuten der Autolärm auf den Wecker.

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