Rückbau im Kahldenwallweg :

Demmin wird tote Häuser los

Wie Gespenster standen die beiden baufälligen Häuser jahrelang unterhalb der Südmauer, und viele Demminer ärgerte der Anblick. Jetzt kommen die Ruinen weg. Und nichts wieder hin.

Die Ziegel stehen zum Abtransport bereit, der Rest ist Schutt und Staub: Die beiden Ruinen sind Geschichte.
Thoralf Plath Die Ziegel stehen zum Abtransport bereit, der Rest ist Schutt und Staub: Die beiden Ruinen sind Geschichte.

Im Kahldenwallweg ist der Frühjahrsputz schon in vollem Gange. Mit etwas schwererem Gerät als üblich: Die beiden Wohnhausruinen unterhalb der Stadtmauer verschwinden nun endlich – gewiss zur Freude der Anwohner, doch wohl auch zum Bedauern vieler Demminer, die die schöne Altstadtstraße noch von früher kennen und lieber einen Wiederaufbau gesehen hätten.

Reinhardt Friedrichs, inzwischen Rentner,  schwärmt immer noch von der Welt seiner Kindheit – er ist im Kahldenwallweg aufgewachsen, genau in einem jener Häuser, die nun schon seit Jahren verfielen. Friedrichs wollte dieses Haus, in dem sein Vater einst eine Schneiderwerkstatt betrieb, nach der Wende sogar zurückkaufen. „Da führte aber kein Weg rein“, sagt er. „Erbengemeinschaft.“

In deren Auftrag lässt Wolfram Esch, Demminer Antikhändler und Baustoff-Verwerter, die beiden Hausgespenster jetzt abreißen. Die Ziegelsteine stehen palettenweise aufgestapelt am Gehweg für neue Verwendung bereit. Gebaut werden soll auf den beräumten Grundstücken nichts, zumindest vorerst. Wieder eine Baulücke mehr in der Hansestadt. Und es werden weitere dazukommen, auch in diesem Jahr. Im gesamten Stadtgebiet stehen derzeit 61 Gebäude komplett leer, davon gelten nur acht als sanierungswürdig. Für den großen Rest empfiehlt das Stadtentwicklungskonzept aufgrund der Lage und des Bauzustandes den Rückbau.

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