Personalnot:

Demminer Hanseviertel bleibt an zwei Tagen dicht

Zu wenig Personal und strenge Tätigkeitsbeschreibungen schränken den Handlungsspielraum des Hanseviertel-Vereins stark ein. Urlauber und Einheimische haben das Nachsehen.

Der Aushang lässt keinen Zweifel: Das Hanseviertel bleibt in dieser Saison an Sonntagen und Montagen geschlossen. Jana Otto
Otto Der Aushang lässt keinen Zweifel: Das Hanseviertel bleibt in dieser Saison an Sonntagen und Montagen geschlossen. Jana Otto

Vor verschlossenen Toren stand eine Demminerin kürzlich an einem Sonntag vor dem Hanseviertel. „Ich war total überrascht und musste mit unseren Gästen leider wieder umkehren“, sagt sie ärgerlich. Ihrem Besuch hätte sie die kleine Insel, auf der man mittelalterliches Leben und Handwerk kennenlernen kann, gerne gezeigt. Doch in dieser Saison ist das nur von Dienstag bis Sonnabend möglich.

„Aufgrund der personellen Situation bekommen wir keinen Sieben-Tage-Betrieb hin“, erklärt Roman Gau, Vorsitzender des Hanseviertelvereins. Über Jahre engagieren sich auf der Fischerinsel viele ehrenamtliche Helfer, zusätzlich konnten mit Unterstützung des Jobcenters  Demmin weitere Leute beschäftigt werden, um den Betrieb abzusichern. Doch in diesem Jahr bekam der Verein - wie andere Träger auch - nur einen Bruchteil der bisherigen Ein-Euro-Kräfte über das Jobcenter zugewiesen. „Erst waren es nur sechs, doch dann hätten wir hier zuschließen können“, meint Roman Gau.

Mit den drei Beschäftigten, die dann zusätzlich noch kamen, war dann zwar die Öffnung nicht mehr in Gefahr, allerdings mussten Abstriche gemacht werden. Und so bleibt das Hanseviertel erstmals in einer Saison an zwei Tagen geschlossen.Doch nicht nur die Anzahl der Ein-Euro-Kräfte bereitet dem Vereinsvorstand Kopfzerbrechen. Hinzu käme, dass die Beschäftigungsmöglichkeiten dieser Mitarbeiter sehr eng gefasst sind und ihnen jeweils immer ein Ehrenamtlicher aus Vereinsreihen zur Seite stehen muss. „Damit binden wir die Ehrenamtlichen fest ein und können nicht so flexibel sein, wie wir es gerne hätten“, erläutert Roman Gau.

Ein Schichtbetrieb, wie er sonst üblich war, ist jetzt nicht mehr möglich. „Und wenn derjenige laut Projektbeschreibung beim Korbflechten eingesetzt wird, darf er auch nur das machen und nicht woanders aushelfen“, schildert der Vereinsvorsitzende. Zwar ist er froh, dass es überhaupt Fördermöglichkeiten und damit eben Personal über die Arge gibt, doch in den vergangenen Jahren waren die Modalitäten kulanter.

Vier Mitarbeiter hat der Verein selbst angestellt, mehr gehe nicht, sagt Roman Gau. Schließlich finanziere sich das Hanseviertel über Spenden, mit denen dann auch die Lohnkosten finanziert werden müssen. Mit der derzeitigen Situation sind nicht nur Einheimische und Gäste unzufrieden, auch der Vorsitzende hätte es sich anders gewünscht, wie er sagt. Deshalb wird nun fieberhaft nach neuen Fördermöglichkeiten gesucht. „Wir hoffen, dass wir dann im nächsten Jahr wieder an sieben Tagen öffnen können“, so Roman Gau.