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Demminer Krankenhaus schreibt Millionenverlust

VonGeorg WagnerMehr als eine Million Euro Defizit verbuchte das Demminer Krankenhaus im vergangenen Jahr. Von einem „Patient“ Krankenhaus aber würde der ...

VonGeorg Wagner

Mehr als eine Million Euro Defizit verbuchte das Demminer Krankenhaus im vergangenen Jahr. Von einem „Patient“ Krankenhaus aber würde der Verwaltungschef nicht sprechen.

Demmin.Wenn das Kreiskrankenhaus Demmin seine Eröffnungsbilanz als gemeinnützige GmbH vorlegen wird, dann wird die nicht ganz so schön aussehen, wie es mancher Verantwortliche gern hätte. Denn in die neue Rechtsform hat es ein negatives finanzielles Erbe aus dem Vorjahr mitgenommen. Für 2012 weist es einen Jahresverlust von rund 1,2 Millionen Euro aus, nachdem es im Jahr 2011 schon etwa 150000 Euro Verlust verbucht hatte.
Als bedrohlich aber will Geschäftsführer Ulrich Staack diese Entwicklung noch nicht sehen. „Vor zwei Jahren hatten wir einen Überschuss von 1,5 Millionen“, sagt er. Mit anderen Worten: Noch ist die Negativbilanz durch die positiven Saldos der früheren Jahre gedeckt. „Wir sind wirtschaftlich gut aufgestellt“, versichert Ulrich Staack. Das habe auch der Wirtschaftsprüfer bestätigt. Einschränkungen bei der Versorgung der Bevölkerung mit den Leistungen des Hauses werde es nicht geben und, so Staack, „wir wollen weiter gute Qualität vorhalten.“
Bislang ist das in der Wollweberstraße offenbar gelungen. Bei einer von einer großen Krankenkasse in Auftrag gegebenen Befragung zur Zufriedenheit der Patienten mit den Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern stellten laut Staack 90 Prozent der Befragten dem Kreiskrankenhaus die Note „sehr gut“ aus. „Da sind wir gut bei weggekommen“, freut sich der Geschäftsführer. In den regelmäßigen internen Erhebungen der Klinik dazu äußerten sich 99 Prozent mit sehr gut oder gut.
Dass nun unter dem Strich des vergangenen Jahres das Defizit von gut einer Million steht, führt Ulrich Staack weder auf die Medizin noch auf die Pflege zurück. Etwa die Hälfte davon seien Kosten für Abschreibungen und Instandhaltungen, dazu kommen die demografische Entwicklung, steigende Tarife oder auch zurückhaltendere Erstattungen durch die Krankenkassen. Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ werde in letzter Zeit sehr streng angesetzt. „Das hat uns in der Rheumatologie stark getroffen.“Dagegen konnte das Krankenhaus den Bevölkerungsschwund über viele Jahre kompensieren. Während die Einwohnerzahl auf dem Gebiet des früheren Landkreises Demmin innerhalb von 20 Jahren von 103000 auf 78000 sank, stiegen im Krankenhaus die Fallzahlen von 6443 auf 11000. „Aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, wo man das nicht mehr steigern kann“, sagt Staack. Dennoch sieht er Möglichkeiten, wieder in eine wirtschaftlich gesunde Zone zu kommen. Neben zusätzlichen Bundesmitteln zur Krankenhausfinanzierung denkt er dabei an eine Ausweitung der Leistungen wie etwa durch die Belegabteilung für die Augenklinik. In Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten wolle man auch mehr orthopädische Leistungen bekommen. „Die Fachkompetenz“, sagt er, „haben wir hier.“Seine Einschätzung teilt offenbar der Landkreis als einziger Gesellschafter. Als im Kreistag die Entlastung des Krankenhausvorstandes anstand, gab es nur vier Enthaltungen. Alle anderen waren dafür.

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