Stadtparlament lernt dazu:

Demmins Schulen - versetzungsgefährdet?

Die Unabhängigen im Stadtparlament machen sich Sorgen um den Bildungsstandort Demmin. Die Fraktion will darum für die finale Sitzung des Hohen Hauses im Dezember eine Vorlage in den Stundenplan eintragen.

Wohin steuert die Rote Schule? Und wie geht es mit den anderen in der Stadt weiter?
Thoralf Plath Wohin steuert die Rote Schule? Und wie geht es mit den anderen in der Stadt weiter?

Ein großes Thema wird Demmins Stadtparlament in diesem Jahr noch bekommen, und es dürfte bis weit nach 2015 hineinstrahlen. Sorgen dafür will die Unabhängige Wählergemeinschaft UWG: Die neue Fraktion der Stadtvertretung will Anfang Dezember eine Beschlussvorlage einbringen, mit der die Stadtverwaltung den Auftrag bekäme, ein Konzept zur Zukunft der Demminer Schulen zu erarbeiten. Der Name ist Programm: „Schulentwicklung 2020+“.

Wenn Fraktionschef Eckhardt Tabbert so vehement für eine solche Entwicklungskonzeption wirbt, geht es ihm auch um etwas Größeres: Demmins Status als Mittelzentrum. „Dazu gehören attraktive Schulangebote und ein Gymnasium“ sagt er. Einräumend, dass die aktuellen Schülerzahlen in Demmin sowohl für die Grund-, als auch für die Realschule „derzeit noch ausreichend“ seien. Auch die Planzahlen für das Gymnasium stimmten einstweilen zuversichtlich, „zumindest, wenn man die Amtsbereiche Jarmen-Tutow und Peenetal-Loitz mit einbezieht.“

Das Gymnasium hat Konkurrenz

Schon mittelfristig aber sehe es bedenklicher aus, sagt Tabbert. „Und darum sollten wir uns nicht einfach zurücklehnen und abwarten, sondern selbst aktiv werden, was die Zukunft unserer Schulen betrifft. Und den Bildungsstandort Demmin für die kommenden Jahre konditionieren.“

Das Gymnasium sei zwar eigentlich Angelegenheit des Landkreises. „Aber liegt ein Erhalt nicht auch in unserem städtischen Interesse? Ich meine ja, unbedingt. Wo werden die Schüler aus den Bereichen Loitz und Jarmen in Zukunft hingeleitet? Der Trend für das Gymnasium heißt dort Gützkow, man sieht das schon deutlich, auch am Schülerverkehr, der sich neu ausrichtet.“ Darum sieht Tabbert es auch im kommunalen Interesse, sich aktiv dafür einzusetzen, dass das Goethe-Gymnasium eine Perspektive behält. „Man sollte dabei nämlich bedenken, dass auch in Malchin, Stavenhagen und Altentreptow ein gymnasialer Abschluss möglich ist.“

Ein weiterer Schwerpunkt des UWG-Antrags zielt in Richtung Ganztagsschule. In Demmin gibt es so ein Angebot bis heute nicht – im Gegensatz zu anderen Orten in der Region. „Sie sind heute so gefragt wie nie. Nicht zuletzt doch darum, weil der Ganztagsschulbetrieb Familien unterstützt und entlastet.“ Die Fraktion sehe den Antrag als Beitrag, die Stadt als Mittelzentrum zu stärken und lebenswerter zu machen.  Praktisch läuft die Vorlage der UWG auf Gründung eines Begleitausschusses hinaus. Wenn sie im Stadtparlament eine Mehrheit findet.

 

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