Buch über Massenselbstmorde führt Hitliste an:

Demmins Tragödie schlägt an der Ladenkasse durch

Kurz vor Kriegsende 1945 gingen in der Hansestadt Hunderte in den Freitod. Damit beschäftigt sich Florian Hubers Buch „Kind, versprich mir, dass du dich erschießt“, das sich als Kassenknüller erweist.

„Kind, versprich mir, dass du dich erschießt“ ist ein Bestseller im Demminer Buchhandel. „Das läuft sehr gut“, freut sich Buchhändlerin Andrea Böhme.
Georg Wagner „Kind, versprich mir, dass du dich erschießt“ ist ein Bestseller im Demminer Buchhandel. „Das läuft sehr gut“, freut sich Buchhändlerin Andrea Böhme.

Der Bücherstapel sieht immer gleich aus, doch der Anblick täuscht. Alle paar Tage muss ihn Buchhändlerin Andrea Böhme neu aufbauen. Seit der Nordkurier und das ARD-Magazin „Titel Thesen Temperamente“ über Florian Hubers Buch zum Kriegsende berichteten, findet es in der Hansestadt und darüber hinaus reißenden Absatz. „Jeden Tag kommen Leute und fragen danach, auch viele Jüngere, die sich für Geschichte interessieren“, sagt Andrea Böhme. Die Verkaufszahl hat bei ihr den zweistelligen Bereich bereits überschritten, einige Häuser weiter in der Buchhandlung Steffen führt der Band seit Wochen die hausinterne Bestsellerliste an.

Kein Wunder. Florian Huber widmet in „Kind, versprich mir, dass du dich erschießt“ breiten Raum jener heute kaum mehr vorstellbaren Tragödie, die sich Ende April und in den ersten Maitagen 1945 in Demmin abspielte. Für den Autor ist es der mutmaßlich größte und am besten dokumentierte Massen-Suizid jener Zeit.

Bei seinen Recherchen stützte sich Huber auf Zeitzeugenberichte, Tagebücher und persönliche Interview. Er recherchierte vor Ort und besichtigte die einzelnen Schauplätze. Am 29. April wird er wieder in Demmin sein, zu einer Lesung im Rathaus. Ihm sei es sehr wichtig, dass er sein Buch vor Ort vorstellen könne, sagt der Autor.

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