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Der letzte macht das Lichterfest aus

Der Festverein wollte die Gemeinden rund um den Kummerower See eigentlich weiter bei ihren Feiern unterstützen. Doch nun löst er sich völlig überraschend zum Jahresende auf. Was bleibt nun von 18 Jahren Lichterfest?

Eine Schärpe für den König: Heinz-Julius Schmidt ist der erste und letzte Lichterfest-König. Vereins-Vorsitzende Dorit Moritz (r.) kündigte schon im Sommer ihren Rückzug an.
Torsten Bengelsdorf Eine Schärpe für den König: Heinz-Julius Schmidt ist der erste und letzte Lichterfest-König. Vereins-Vorsitzende Dorit Moritz (r.) kündigte schon im Sommer ihren Rückzug an.

 Das war es dann endgültig für die Riesen-Party rund um den Kummerower See: Dass das Lichterfest nach seiner 17. Auflage im vergangenen Sommer keine Zukunft mehr hat, das hatten die Vereinsmitglieder bereits vor einigen Wochen einsehen müssen. Doch trotzdem sollte es irgendwie weitergehen. Vielleicht mit kleineren Festen mit einem neuen Namen aber unter dem Dach des Festvereins. Doch auch daraus wird jetzt nichts mehr werden. In seltener Einstimmigkeit hat der Vorstand jetzt beschlossen, dass sich der gesamte Verein erledigt hat. Schon zum 31. Dezember soll er sich auflösen.

Nein, das war so eigentlich nicht geplant, sagt Noch-Vereins-Chefin Dorit Moritz, die seit  2008 an der Spitze des Lichterfestes stand, das an jedem letzten Juli-Wochenende zur größten Party in der ganzen Region aufstieg. Dorit Moritz hatte bereits im Sommer angekündigt, dass sie ihre beruflichen Verpflichtungen als Polizistin und das Ehrenamt nicht mehr unter einen Hut bekommen würde. „Alle Versuche, einen neuen Vorstand zu finden, sind gescheitert“, muss die Vereins-Chefin jetzt einräumen.

Ein Aus, aber kein Ruin

Für das Aus des Vereins habe es aber noch einen anderen Grund gegeben. „Uns haben immer weniger Sponsoren unterstützt. Die Gagen der Künstler sind dagegen immer weiter gestiegen. Wir wollen es einfach nicht zulassen, dass das Fest vom Niveau immer weiter abfällt“, erklärt Dorit Moritz. Die Qualität des diesjährigen Lichterfestes habe bei der Entscheidung dagegen keine Rolle gespielt.

Zu schaffen machte dem Verein dagegen, dass er seit einigen Jahren schon kein eigenes Büro mehr hatte. „Das alles nebenbei zu organisieren, das packt man eben auf Dauer nicht“, gesteht Frau Moritz ein. Sie sehe den Niedergang des Vereins aber nicht als eine persönliche Niederlage. „Wir haben uns ja schließlich nicht in den Ruin gewirtschaftet.“

Was bleibt aber nun von 18 Jahren Lichterfest, die die Mecklenburger und Vorpommern an beiden Seeseiten doch etwas näher zusammenrücken lassen sollten? Es soll weiterhin Sommerfeste in den Gemeinden rund um den See geben – allerdings in eigener Verantwortung der Städte und Gemeinden.  Eine Lichterfest-Königin oder einen König wird es aber nie wieder geben. Die Amtszeit der amtierenden Majestäten endet mit der Auflösung des Festvereins – in gut zwei Wochen.

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