Verhütung diskutiert:

Die Gratis-Pille soll kein Modell bleiben

Verhütungsmittel gibt es ab November kostenlos, aber nur für Frauen, die sich die Pille nicht leisten können. In der Demminer Region startet damit ein Modellprojekt, das aber keines bleiben soll. Das hoffen die Initiatoren.

Foto: fotolia/© thingamajiggs
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 „Mein Traum wäre es, wenn in ganz Mecklenburg-Vorpommern die Verhütungsmittel an Bedürftige kostenlos ausgegeben werden können. Aber so weit sind wir noch nicht. Es ist schön, dass dieses Projekt endlich startet“, sagt der Demminer Frauenarzt Fridjof Matuszewski. Denn in seiner Praxis haben die Abbrüche von Schwangerschaften in den letzten Jahren zugenommen, da Frauen kein Geld für die Pille haben. „Die Idee für die kostenlose Pille hatte ich schon 2007, aber der Landtag hatte das Projekt gestrichen, die Machbarkeitsstudie lag in der Schublade und jetzt endlich hat es geklappt. Am 1. November können wir damit starten“, sagt er.

„Die Demminer Region, der Altkreis Demmin, ausgenommen Loitz, Jarmen und Tutow, sind für das Modellprojekt vorgeschlagen worden, da haben wir natürlich sofort Ja gesagt“, erklärt Bärbel Jahn, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes. Das Modellprojekt werde mit Unterstützung der DRK-Schwangerenberatungsstelle in Demmin realisiert. Hier gab es im vergangenen Jahr 109 Beratungsgespräche für den Abbruch einer Schwangerschaft. „Häufig werden finanzielle Gründe für den Abbruch angegeben. Die Frauen können sich die Verhütung nicht leisten“, meint Roswitha Bruhn, Leiterin der Schwangerenberatungsstelle. Das betreffe vor allem Frauen im Alter von 21 bis 35 Jahre. Für diese Altersgruppe, wenn sie Hartz IV-Empfänger sind oder eine Grundsicherung erhalten, greift das Modellprojekt. „Aber auch Auszubildende und Studenten haben oft nicht das Geld“, weiß sie.

Roswitha Bruhn hofft, dass mit dem Projekt die Abbrüche weniger werden. Denn es seien nicht nur die Kosten, sondern vor allem die seelischen und körperlichen Störungen, die nach einem Abbruch wieder Nachbehandlungen nötig machen. Frauen, die in Frage kommen, können sich an ihren Frauenarzt und die Beratungsstelle des DRK in Demmin wenden.

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