Stadt sucht Patenschiff:

Die Marine will keine "Demmin"

Eine Patenschaft der Hansestadt mit einem Schiff der Bundesmarine – für Bürgermeister Michael Koch ist das eine Herzensangelegenheit. Denn unser Rathauschef ist Korvettenkapitän der Reserve! Doch das passende Schiff zu finden, scheint nicht so einfach.

Große Klappe: Das Ölauffangschiff „Bottsand“ in Aktion. Es hat noch keine Patenstadt, so kam es ins Gespräch, als Demmins Bürgermeister sich 2013 an die Marine wandte. Nun wird es doch nichts. Schade.
© 2007 Bundeswehr/Tanja Wendt Große Klappe: Das Ölauffangschiff „Bottsand“ in Aktion. Es hat noch keine Patenstadt, so kam es ins Gespräch, als Demmins Bürgermeister sich 2013 an die Marine wandte. Nun wird es doch nichts. Schade.

Von den Maßen her wäre es eng geworden. Gut, 46 Meter lang, zwölf breit, auf der Peene passt das eben noch. Aber dreieinhalb Meter Tiefgang? Ein bisschen viel. Wie hätte das in Warnemünde stationierte Ölauffangschiff „Bottsand“ je auf Flottenbesuch in die vorpommersche Patenstadt kommen sollen?

Aber das ist jetzt eh Geschichte. Die Deutsche Marine hat dem Demminer Bürgermeister einen Korb gegeben. Ausgerechnet ihm, Michael Koch, der sich als Korvettenkapitän der Reserve gern mal in der blauen Offiziersuniform der Seestreitkräfte zeigt und so engagiert im Reservistenverband Mecklenburg-Vorpommern aufgeht. Es muss ihm schwer gefallen sein, den Brief von Vize-Admiral Rainer Brinkmann zu verlesen vor dem Stadtparlament: „Vor diesem Hintergrund bitte ich um Ihr Verständnis, dass sich die Übernahme einer Patenschaft mit der Bottsand derzeit leider nicht realisieren lässt“.

Bei der Marine werden die Schiffe knapp

Besagter Hintergrund hat natürlich nichts mit den Schiffsmaßen zu tun. Sondern vor allem mit dem Umstand, dass das zivil besetzte Ölauffangschiff mit einer sehr kleinen Besatzung von nur sechs Mann betrieben wird, die durch Bereitschaftsdienste stark gebunden sei. So begründet Brinkmann die Absage: „Patenschaften sollten nur eingegangen werden, wenn diese von beiden Seiten mit Leben gefüllt werden können.“ Immerhin hat der Vizeadmiral Demmin in die Bewerberliste für Patenschaften mit Einheiten der Marine aufnehmen lassen. Und dankt den Bürgern der Hansestadt „für ihr andauerndes maritimes Engagement“.

Michael Koch, der Rathauschef mit der Kapitänsuniform im Schrank, will dranbleiben. Was die Demminer überhaupt von einer Schiffspatenschaft hätten, auf die Frage sagt er: „Nach dem Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht sehe ich es als Zeichen, dass Soldaten aus der Gesellschaft kommen und in ihrer Mitte verankert sind. Es gibt ja in Demmin bereits die Reservistenkameradschaft Demmin-Peeneufer, für die ich mir eine Belebung der Verbandsarbeit durch eine Patenschaft vorstellen könnte.“ Allerdings macht Koch sich nach der Absage wenig Hoffnungen, dass Demmin so bald ein Patenschiff abbekommt. „Ich befürchte, dass bei immer weniger seegehenden Einheiten und dem Vorhandensein einer Warteliste unsere Chancen eher gering sind.“

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung