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Dieselteppich ist im Schilfgürtel gelandet

Zahlreiche Einsatzkräfte eilten zu einem vermeintlichen Ölteppich auf der Peene - entdeckten bei Aalbude aber nur noch ein paar Tropfen im Wasser. Eine Bagatelle war das jedoch nicht. Eher ein Fall von "zu spät gekommen".

Die schnellste Zufahrt zum See hat die Feuerwehr Verchen. Keine 30 Meter sind’s bis an den Strand. Die Diesel-Havarie zeigt: Hier gehört ein Rettungsboot her!             
Thoralf Plath Die schnellste Zufahrt zum See hat die Feuerwehr Verchen. Keine 30 Meter sind’s bis an den Strand. Die Diesel-Havarie zeigt: Hier gehört ein Rettungsboot her!  

Von wegen Matjeshering. Mario Drienko wurde richtig wütend, als er am Dienstag den laxen Kommentar des Aalbuder Fährmanns im Nordkurier las. "Das war kein kleiner Ölfleck. Das war ein richtiger Dieselteppich", sagt er, immer noch aufgebracht über den ironischen Unterton, mit dem er den Einsatz der Feuerwehr vom Sonntag auf der Peene bei Verchen nun in der Öffentlichkeit diskutiert sieht.

Mario Drienko wohnt in der Verchener Nachbargemeinde Schönfeld. Er ist dort Gemeindevertreter und aktiver Feuerwehrmann, am Sonntag war er allerdings privat mit seinem Boot auf der Peene unterwegs. "Wir kamen vom See, und kurz hinter Aalbude rochen wir das schon, wie an der Tankstelle", schildert er seine Eindrücke. Wenige Meter weiter sei dann auch die Ursache sichtbar gewesen: "Ein riesiger Dieselteppich, so breit wie die Peene und gut 20 Meter lang. Das Wasser schillerte in allen Farben!" Er rief kurz einen seiner Feuerwehrkameraden an und dann, auch auf dessen Rat, bei der Rettungsleitstelle.

"Das Zeug ist im Schilfgürtel gelandet"

Auch der Schönfelder Wehrführer Frank Richter stellte den starken Dieselgeruch noch fest, als es mit der Fähre auf Suchfahrt ging. Dass die Kavallerie vom Katastrophenschutz aus Demmin nichts mehr fand, dafür hat Drienko eine einleuchtend klingende Erklärung: "Es war so viel Verkehr auf der Peene, die Boote haben den Diesel einfach auseinandergefahren. Das Zeug ist im Schilfgürtel gelandet."

Die Feuerwehren sehen sich in ihrer Forderung bestätigt, dass in Verchen künftig ein zusätzliches Boot mit entsprechender Technik für den Einsatz bei Gewässer-Notfällen stationiert werden sollte. Denn Situationen wie die vom Sonntag in Aalbude zeigten, wie sehr es auf den Faktor Zeit ankommt.