Wohnprojekt :

Dieser Mann bringt einen neuen Trend aufs Land

Einsam im Dorf leben? Das muss nicht sein. Ein Moltzahner bietet jetzt eine Alternative an. Sein neues Wohnprojekt steht kurz vor der Gründung und soll sich auf Füßen einer Genossenschaft stellen. Etwa 100 Interessenten gibt es schon.

Karl Heinz Schäfer aus Moltzahn will noch einmal ganz von vorn anfangen. Den Job als Spediteur hing er an den Nagel und hat jetzt das Mehrgenerationen-Projekt "sieben eichen m.v." ins Leben gerufen.
Kirsten Gehrke Karl Heinz Schäfer aus Moltzahn will noch einmal ganz von vorn anfangen. Den Job als Spediteur hing er an den Nagel und hat jetzt das Mehrgenerationen-Projekt "sieben eichen m.v." ins Leben gerufen.

Wenn sich Karl Heinz Schäfer etwas in den Kopf gesetzt hat, dann will er das durchziehen. Im Oktober hat er mit seiner neuen Idee begonnen. „Das ist lange gereift“, sagt der 54-Jährige. „Es hat mich einfach gereizt.“ Spediteur wollte er nicht mehr sein. Zurück in die Tourismusbranche, wo er 18 Jahre gearbeitet hat, wollte er auch nicht. Also suchte er sich etwas Anderes.

Der Moltzahner liebt es offenbar, sich zu verändern. Erst vor drei Jahren zog er aus Hamburg in die Gemeinde Borrentin. „Hier habe ich immer einen Wiesenblick.“ Er liebt die Ruhe, das Landleben. Und genau damit hat auch sein neues Projekt zu tun. Er will Menschen mehrerer Generationen unter ein Dach bringen.

In Gutshäusern oder auf Bauernhöfen der Region können die Leute in einer Art Kommune zusammen leben und arbeiten. Ähnliche Projekte gibt es bereits in Süddeutschland, dort sind schon ganze Ökodörfer entstanden.

Schäfer glaubt, dass der Trend zurück zum Ursprünglichen immer mehr zunimmt, weg vom Konsum. Ältere wollen nicht in einen Plattenbau ziehen, lieber auf dem Land bleiben. Auch jüngere Leute zieht es aufs Dorf.

Etwa 100 Leute zwischen 40 und 69 Jahren aus ganz Deutschland haben sich bisher über vier Wohnportale im Internet gemeldet, die bei dem Projekt „sieben eichen m.v.“ mitmachen möchten. Täglich erreichen Schäfer eine bis drei Anfragen. Bis Weihnachten läuft die Fragebogen-Aktion noch. Die Gründung einer Genossenschaft steht damit kurz bevor.

Der Initiator hofft, dass noch im Dezember die Gründungsversammlung stattfinden kann. „Es muss nicht eine Genossenschaft sein, es kann auch eine Stiftung oder ein gemeinnütziger Verein werden“, erklärt Karl Heinz Schäfer.

39 Objekte hat er sich in Mecklenburg-Vorpommern angeschaut. Neun hat er ausgewählt – zwischen Müritz-Nationalpark und Kummerower See, wie unter anderem in Ivenack, Briggow und Grischow sowie am Klützer Winkel. Und der Moltzahner ist ständig weiter auf der Suche nach geeigneten Objekten in der Nähe.