Gemeindenfusionen:

Dörfer haben sich inzwischen an die „Ehe“ gewöhnt

Auch wenn anfangs die Skepsis groß war, bereuen Gemeinden nicht, dass sie vor zehn Jahren "geheiratet" haben.

Die meisten Gemeinden rings um Demmin haben die Fusionen nicht bereut. Dank der Hochzeitsprämien vom Land konnten sie sich so einiges leisten.
             
Fotolia Die meisten Gemeinden rings um Demmin haben die Fusionen nicht bereut. Dank der Hochzeitsprämien vom Land konnten sie sich so einiges leisten.  

Ohne Kompromisse ging es nicht, hat Bärbel Westphal festgestellt und ist froh, dass Hohenmocker und Hohenbrünzow vor zehn Jahren zusammengegangen sind. „Wir sind dadurch finanziell noch gut aufgestellt“, sagt die Bürgermeisterin. Dank der Hochzeitsprämie konnte sich die Kommune zwei Gemeindehäuser leisten, in Tentzerow und Hohenbrünzow. Anfängliche Befindlichkeiten sind vergessen. Die Fläche der Gemeinde sei zwar sehr groß, aber die Bürger haben sich gefunden. „Zuerst wollten die Hohenbrünzower nicht nach Tentzerow kommen, aber das hat sich erledigt.“ Inzwischen feiern die Bürger ihre Feste gemeinsam an einem Ort. Ähnliche Erfahrungen haben auch die Bürgermeister der anderen Gemeinden gemacht, die im einstigen Amt Demmin-Land eine Fusion erlebten.

Aus elf Kommunen wurden sechs. Im Bereich Borrentin waren die Dörfer nicht so heiratsfreudig. Dort schlossen sich nur Borrentin, Gnevezow und Lindenhof zusammen.

„Man muss das auch mit Gefühl machen“, meint Detlef Klietz. Als Quitzerow und Kletzin gemeinsame Wege einschlugen, sei der Anfang nicht einfach gewesen. „Aber jetzt sind wir eine feste Größe, weil die Gemeindevertretung an einem Strang zieht.“ Der Bürgermeister nennt es Glück, dass Kletzin ein kleines Gewerbegebiet hat und Steuern in die Kasse fließen. „Und wir können uns den Luxus eines Kulturhauses leisten“, sagt er. Es sei ein Zuschussgeschäft, aber ohne Prämie, die es damals noch gab, wäre vieles nicht möglich geworden. Das sieht auch Wolfgang Kuhrt in Siedenbrünzow so. Über Sanzkow sei Siedenbrünzow in den „Genuss der Flurneuordnung“ gekommen. Viele Wege konnten gebaut werden, die Brücke über die Tollense ist neu, die Verbindung Sanzkow - Eugenienberg. Von der Warte her sei die Fusion sinnvoll gewesen. Doch der Bumerang kommt jetzt. „Im Nachhinein werden wir kräftig bestraft“, meint Kuhrt. Denn die gebauten Wege weisen inzwischen erhebliche Schäden auf, weil sie nicht die Gewichte von Lkw und Landmaschinen aushalten. „Das wird uns gewaltig ans Säckel gehen.“

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