Schuldnerberatung:

Drei Millionen Euro Schulden auf dem Privatkonto

Der Berg ist hoch, sehr hoch, der Schuldenberg in der Demminer Region. Immerhin drei Millionen Euro stehen zu Buche. Die wollen abgebaut werden. Die Gläubiger warten auf ihr Geld.

Birgit Krause betreut die Schuldner des Bereiches Demmin in der Beratungsstelle des Kreisverbandes der Volkssolidarität.
Gudrun Herzberg Birgit Krause betreut die Schuldner des Bereiches Demmin in der Beratungsstelle des Kreisverbandes der Volkssolidarität.

Das Licht ist aus, der Strom abgeschaltet, die Schulden sind zu hoch. Jetzt steht eine Kontofändung bevor. Mit solchen oder anderen Problemen kommen die Menschen in die Schuldnerberatung des Kreisverbandes der Volkssolidarität. Seit Anfang des Jahres hat der Kreisverband diese Aufgabe vom Landkreis auch für die Demminer Region übernommen. „31 Schuldner haben wir vom Landkreis aus dem Demminer Bereich erhalten, inzwischen ist die Zahl auf 98 angewachsen. Bei zehn Klienten konnten wir den Schuldenberg abbauen“, sagt Birgit Krause von der Schuldnerberatung der Volkssolidarität Aldema (Altentreptow, Demmin und Malchin).

Junge Leute bauen vor allem beim Telefonieren Schulden auf. Bei den Ehepaaren sind es zumeist Kredite, viele Kredite. „Das wird in den Katalogen bestellt und bei den Versandhäusern Schulden gemacht“, meint die Beraterin. Mit einer ganzen Schublade voller Briefe kommen manche in ihre Beratungsstelle. „Die Post wird gar nicht mehr geöffnet, aus Angst davor, noch mehr Mahnungen zu erhalten, weil die Schulden einfach nicht mehr bezahlt werden können. Aber mit dem Verdrängen ist das Problem nicht gelöst, die Gläubiger wollen ihr Geld“, sagt Birgt Krause. Auch Mietschulden seien an der Tagesordnung. Wenn dann der Rausschmiss droht, werden die Leute wach und gehen zur Schuldnerberatung. „Wir müssen dann erst einmal sortieren und dann mit den Gläubigern verhandeln. Wichtig ist aber, dass die Schuldner ehrlich sind, alles aufzeigen, wo es Schulden gibt, und auch bereit sind, mitzuhelfen, um den Berg wieder abzubauen“, meint sie. Das sei oft ein langer Weg, und auch eine private Insolvenz gehe nicht so einfach und dann sei der Schuldenberg verschwunden. „Wichtig ist, dass die Leute freiwillig zu uns kommen, wir beraten sie kostenlos“, so Birgit Krause. Im Bereich Altentreptow, Malchin und Demmin werden derzeit 232 Schuldenfälle bearbeitet. Und der Berg an Schulden ist groß, immerhin sind es für diesen Bereich drei Millionen Euro. Allein 80 000 Euro Stromkosten wurden nicht bezahlt, bei der Miete sind es 155 000 Euro an Außenständen.

„Wir erhalten bei der Betreuung auch Unterstützung von den Vereinen, besonders bei der Begleitung Jugendlicher“, sagt die Beraterin. Manche brauchen auch zwei oder drei Anläufe, aber die Schuldnerberatung sei offen für alle Probleme und habe Verständnis.  Nach einem ersten Sprechtag in Demmin am Donnerstag ist sie jetzt auch dienstags vor Ort. Andere nehmen auch den Weg nach Altentreptow in Kauf. Es werden Termine vergeben, aber es besteht auch die Möglichkeit, schnell zu kommen, wenn es eilig wird und das Konto schon gefändet ist.

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