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Ehrenamtliches Engagement gerät zwischen die Fronten

Eigentlich ging es am Tag der Reservisten darum, die Menschen fürs Ehrenamt zu motivieren. Doch die Demminer waren am meisten an der Technik interessiert. Und nicht jedem passte es, dass die Bundeswehr sich auf dem Markt zur Schau stellt.

Brandübung: Die Demminer Feuerwehr führte den Besuchern vor, wie ein brennendes Auto gelöscht wird.
Brandübung: Die Demminer Feuerwehr führte den Besuchern vor, wie ein brennendes Auto gelöscht wird.

Die Erde zitterte, der Knall drang durch den ganzen Körper. Kanonenböller mitten auf dem Demminer Markt hätten wirklich nicht sein müssen, fand selbst der Kommandeur des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern. Christof Munzlinger nannte es ansonsten als glänzende Idee, den diesjährigen Tag der Reservisten in der Hansestadt auszurichten. Bei der Eröffnung sah er sich jedoch auch kritischen Tönen gegenüber. Zwei Männer störten seine Rede lautstark, weil sie den Technik-Aufmarsch der Bundeswehr nicht gut heißen konnten, einen Tag vor dem Weltfriedenstag. Doch Ordner und Polizei entfernten die beiden Störer vor der Bühne. „Solche Angriffe müssen wir ertragen“, meinte Munzlinger gelassen. „Wir haben keinen Grund, uns zu verstecken.“ Er rechtfertigte die Auslandseinsätze der Bundeswehr und verwies auf die Hilfe der Kameraden beim jüngsten Elbe-Hochwasser im Inland. „Frieden ist das eine, wir brauchen Gerechtigkeit“, meinte er. „Man muss sich ungerechter Gewalt mit gerechter Gewalt in den Weg stellen.“

Helge Stahn, Landesvorsitzender des Reservistenverbandes MV, betonte indes, dass die Bundeswehr nicht ihre Macht in Demmin präsentieren wollte, sondern das Ehrenamt. Ohne Reservisten geht nichts mehr, wie auch ohne Feuerwehr, Technisches Hilfswerk oder Rotes Kreuz und Polizei nicht. Diese Organisationen stellten sich genauso vor wie das Militär. „Uns geht es um die Werbung von Nachwuchs“, erklärte er. Die Menschen sollen zum Ehrenamt motiviert werden. So zeigte sich der Marktplatz bunt, denn neben dem Tag der Reservisten feierten die Demminer auch 15 Jahre Rathaus.

Bei einer Übung demonstrierten indes Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst, wie sie Hand in Hand zusammenarbeiten. Dazu simulierten sie einen Autounfall, bei dem eine junge Frau eingeklemmt und schwer verletzt wurde und zeigten, wie das Opfer mit Schneidtechnik aus dem Fahrzeug befreit und medizinisch versorgt wird. Anschließend löschte die Feuerwehr zur Schau ein brennendes Auto.