Demminer Klinik braucht Not-OP:

Ein Haustarif und ein Blockheizkraftwerk sollen helfen

Um das Kreiskrankenhaus Demmin aus den roten Zahlen zu führen, hat dessen Leitung ein ganzes Bündel an Maßnahmen begonnen. Dazu zählt auch die stärkere Ausrichtung auf das zunehmende Durchschnittsalter der Bevölkerung etwa in der Geriatrie.

Operiert wird im Demminer Krankenhaus viel. Jetzt aber ist es selbst zum Patienten geworden - in ökonomischer Hinsicht.
Archiv/Georg Wagner Operiert wird im Demminer Krankenhaus viel. Jetzt aber ist es selbst zum Patienten geworden - in ökonomischer Hinsicht.

Falls alle Maßnahmen wie geplant greifen, könnte das Kreiskrankenhaus Demmin am Ende dieses Jahres wieder eine schwarze Null schreiben. Das stellte Geschäftsführer Kai Firneisen dem Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreistags in Aussicht. Zur finanziellen Genesung sollen beispielsweise flexiblere Dienstpläne, eine stärkere Spezialisierung etwa im Bereich der Geriatrie, die Senkung der Personalkosten und ein verbessertes Controlling beitragen.

Das Demminer Kreiskrankenhaus ist eines von nur noch zwei rein kommunalen Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern. Unter anderem aufgrund der Kreisgebietsreform im Jahr 2011 waren die Fallzahlen und die Erlöse erheblich gesunken. Das früher wirtschaftliche Haus rutschte in die roten Zahlen. So stiegen die Verluste laut Kai Firneisen von 1,2 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 2,5 Millionen im vergangenen Jahr.

Ausstieg aus kommunalem Tarif

Mittlerweile ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen angelaufen, wobei diese zum Teil auch noch in die Zeit von Firneisens Vorgänger zurückreichen. So wurde laut Kai Firneisen das Medizinische Versorgungszentrum ausgebaut und eine Praxis in Stavenhagen dazu gekauft. In den nächsten Jahren solle eine palliativ-medizinische Station angeboten und eventuell auch die Neurologie etabliert werden.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wird es um die Senkung von Sach- und Personalkosten gehen. Um Ersteres zu erreichen, soll unter anderem in Kürze ein eigenes Blockheizkraftwerk in Betrieb gehen. Damit die Summe der Löhne und Gehälter niedriger wird, setzt Firneisen auf einen Haustarif während der Sanierung. Aus dem kommunalen Tarif sei das Krankenhaus ausgestiegen.

Pläne für die Zukunft

Insgesamt soll die Personalkostenquote von 73 auf 65 Prozent sinken. Das will Firneisen unter anderem mit der Umstrukturierung von Arbeitsprozessen, einem Rufbereitschaftssystem in den Dienstplänen und der Ausrichtung von Sonderzahlungen am Erfolg des Hauses erreichen. „Dass wir jetzt tariffrei sind, wollen wir nicht ausnutzen“, betonte er. „Unser Ziel ist es, die Mitarbeiter am Erfolg teilhaben zu lassen. Aber es muss ein Erfolg da sein.“ Trotz dieser Maßnahmen sieht Firneisen das Demminer Krankenhaus bei den Löhnen noch auf einem guten Platz. Das durchschnittliche Gehalt an den Krankenhäusern Mecklenburg-Vorpommerns betrage 56 000 Euro, in Demmin 61 000. „Wir zahlen“, so Firneisen, „gutes Geld.“

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung