Gift im Boden:

Ein letzter Stink-Alarm

In der Lindenstraße hat die Sanierung des wohl giftigsten Grundstücks Demmins begonnen.

Das Grundstück des ehemaligen Gasometers in der Lindenstraße soll bis September saniert werden. Schilder warnen unmissverständlich vor dem Betreten der Baustelle, über der ein beißender Geruch von Teeröl liegt.
Thoralf Plath Das Grundstück des ehemaligen Gasometers in der Lindenstraße soll bis September saniert werden. Schilder warnen unmissverständlich vor dem Betreten der Baustelle, über der ein beißender Geruch von Teeröl liegt.

Was auf dem Gelände des ehemaligen Demminer Gasometers alles in der Erde schlummerte an chemischen Altlasten – so ganz genau wussten das wohl nur die Experten in den Speziallaboren und Umweltämtern. Die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen kamen nie an die Öffentlichkeit. Jetzt kann jeder riechen, warum das Areal seit Jahren als Brachland hinter hohen Zäunen vor sich hindämmert. Vom Gasometer-Grundstück her weht ein teeriges Aroma in die angrenzenden Straßen, Schilder warnen unmissverständlich vor dem Betreten der Baustelle, die als kontaminierter „Schwarzbereich“ gekennzeichnet ist: Die Sanierung des wohl giftigsten Grundstücks der Hansestadt hat begonnen.

Bis September lässt der Energieversorger e.dis, als Besitzer des Grundstücks auch für dessen Altlasten zuständig, den kompletten Boden austauschen. Das Fundament des alten Gasometers haben die Bagger bereits freigelegt. Er soll genauso abgerissen werden wie die Reste der alten Gasleitungen, die jetzt rings um das gewaltige Fundament aus der Erde auftauchen.

Am Rand des Grundstücks längs des Richtgrabenwegs hat das Entsorgungsunternehmen eine Art Schutz-
mauer errichtet, mit versiegeltem Betonboden absolut wasserdicht. Dort werde der kontaminierte Boden abgelagert und getrocknet, ehe er auf eine Spezialdeponie abtransportiert wird, heißt es bei e.dis. Für die Reinigung des aufgefangenen Grundwassers steht eine ganze Kaskade an Filtertanks bereit.