Schwimmen auf dem Abstellgleis:

Ein Traum? Der Bahnhof wird zum Schwimmbad

Was könnte aus dem Bahnhof werden? Alles Mögliche, glaubt man den ersten Ideen. Es scheint keine Grenzen zu geben. Von Wohnungen, einem Tanz-Café oder einem Museum ist die Rede. Da steckt aber noch viel mehr drin, meint ein Demminer.

Das Demminer Bahnhofsgebäude steht schon lange leer. Nur eine Wohnung ist belegt. Der einzige Bewohner schlägt vor, hier ein Schwimmbad einzubauen.
Thoralf Plath Das Demminer Bahnhofsgebäude steht schon lange leer. Nur eine Wohnung ist belegt. Der einzige Bewohner schlägt vor, hier ein Schwimmbad einzubauen.

Die Bahn AG hat den Demminer Bahnhof auf das Abstellgleis geschoben. Dort könnte das Gebäude langsam vor sich hin gammeln. Doch jetzt ein winziger Lichtblick: Eine Idee soll wieder Leben in die Bude bringen. Denn derzeit ist es ziemlich ruhig in dem Gebäude. Da wohnt im Obergeschoss nur Taxifahrer Hans-Joachim Albrecht. Ihn stört ganz besonders, dass nach dem Auszug des Fahrkartenverkaufs nicht mehr viel läuft in dem Haus. Im Gegenteil, „was leer steht, verfällt immer mehr“. Der Eigentümer, die Demminer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft hat inzwischen einen Ideenwettbewerb für das Haus ausgelobt und der Aufsichtsrat wird demnächst beraten, ob hier seniorengerechte Wohnungen, ein Tanz-Café, ein Museumsprojekt oder ein Zentrum für Elektromobilität entstehen.

Hans-Joachim Albrecht hat eine ganz andere Idee. „Warum bauen wir in die Gasträume nicht eine Schwimmhalle?“, fragt er. Die Schulkinder sollen in Demmin schwimmen lernen, haben aber leider nur in den Sommermonate im Naturerlebnisbad die Gelegenheit dazu. „Das sollte aber ganzjährig möglich sein, so ein Lehrgang kann nicht nur vom Wetter abhängig sein“, meint Albrecht.

Sogar im Keller ist noch Platz

Er hat sich auch schon so seine Gedanken gemacht, wie man diesen Vorschlag realisieren könnte. In den Gasträumen sei Platz für das Schwimmbecken, es müsse keine Wettkampfbahn sein. In den einstigen Diensträumen könne man Duschen einbauen. Und es sei auch noch Platz für einen Imbissstand. „Den Innenraum des Bahnhofs kann man so sehr gut zum Schwimmbad gestalten. Dann müssen die Demminer nicht nach Greifswald und Neubrandenburg fahren“, sagt Hans-Joachim Albrecht. Nach seiner Meinung sei dieses Projekt realisierbar, zumal der alte Bahnhof auch noch unterkellert ist. „Da ist dann auch noch genügend Platz für die Technik, um so ein Schwimmbad zu betreiben“, erklärt der Bewohner des Bahnhofes.

Die künftige Nutzung des alten Bahnhofs stellt sich der Geschäftsführer der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft, Roman Gau als einen Mix aus allen vier eingereichten Vorschlägen vor. „Wohnen, Gastronomie, ein Raum für etwas Museales, dazu innovative Konzepte wie die Stromtankstelle. Am Ende muss es angenommen werden, das ist das Entscheidende.“ Aber vielleicht wird auch der Vorschlag von Hans-Joachim Albrecht in der Planung berücksichtigt. „Die Demminer würden sich freuen“, ist sich der einzige Bewohner des Bahnhofes sicher.

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