Aufklärung zieht sich hin:

Einbruchs-Opfer haben das Warten satt

Fast ein Jahr ist es her, als eine Einbruchsserie in Eigenheime in Demmin für Unruhe und Angst gesorgt hat. Doch die Polizei hat die Täter noch immer nicht. Die Opfer haben einen klaren Verdacht, warum das so ist.

Am helllichten Tag stiegen Einbrecher vor einem Jahr in mehrere Häuser in Demmin und Stuterhof ein. Bis heute können die Opfer nicht ruhig schlafen.
Photographee.eu - Fotolia Am helllichten Tag stiegen Einbrecher vor einem Jahr in mehrere Häuser in Demmin und Stuterhof ein. Bis heute können die Opfer nicht ruhig schlafen.

Den 10. Oktober 2013 wird Manfred G. nie vergessen. An jenem Donnerstag sind Diebe in sein Haus im Asternweg eingestiegen, von hinten, am helllichten Tag. „In jedem Zimmer waren sie drin und haben die Schubladen durchwühlt“, sagt der Demminer. Der Einbruch bewegt ihn noch nach einem Jahr. Noch immer sind die Täter nicht geschnappt. Die Angst bleibt.

Goldschmuck, wie Ohrringe und Colliers, sowie Geld haben die Einbrecher mitgenommen. Es waren teure Dinge dabei und Erinnerungstücke von den Großeltern und Urgroßeltern. „Die bekommen wir nie wieder.“ So etwas könne man nicht ersetzen. Der ideelle Verlust sei am schlimmsten. Dass die Ermittlungen der Polizei so lange dauern, das macht ihn wütend. Ein leeres Portemonnaie, das die Diebe aus einer Schublade gerissen hatten, war als Beweismittel mitgenommen worden. Es sollte auf DNA-Spuren des Täters untersucht werden. „Zeitnah sollte ich es wiederbekommen“, erzählt der Demminer. Doch er wartet immer noch. Ein paar Mal habe er bei der Polizei schon nachgefragt, sei aber immer wieder vertröstet worden. „Solange kann das doch nicht dauern, oder?“

Zwei Stunden bis zum Eintreffen der Beamten

Er ist von der Polizei enttäuscht. Weniger von den Beamten in Demmin als vielmehr von der ganzen Einsparpolitik. „Es gibt eindeutig zu wenig Polizei vor Ort“, kritisiert er. Am eigenen Leibe habe er jetzt gespürt, wie die Polizisten überlastet sind. Am Einbruchstag selbst habe es zwei Stunden gedauert, bis die Kollegen bei ihm sein konnten, die Spurensicherung sei noch später gekommen. „Die Kollegen vor Ort können nichts dafür, die waren nett und freundlich“, meint Manfred G.

Es sei die Strukturreform, die viele Ermittlungen verzögert. Die Arbeit sei kaum noch zu schaffen, glaubt er. Doch Opfer wie er wollen, dass die Täter gefasst werden, um ruhiger schlafen zu können. Der Demminer hat sich inzwischen eine Sicherheitsanlage einbauen lassen. „Das kann ich nur jedem empfehlen“, sagt er. Man sehe ja, dass Diebe nicht schnell ermittelt werden. „Wenn so manch Demminer wüsste, wie schnell ein Einbruch gehen kann, würde er mehr tun“, meint Manfred G.

Echte Ermittler nicht so schnell wie im Krimi

Der Hansestädter im Asternweg war im Herbst 2013 nicht allein betroffen. In drei Häuser in Stuterhof war auch eingebrochen worden. Von einer kleinen Serie sprach man. Eike Wiethoff von der Polizeiinspektion Neubrandenburg kann verstehen, dass die Betroffenen langsam sauer werden. „Aber so ein Verfahren kann sich hinziehen“, weiß sie. Spuren werden beim Landeskriminalamt (LKA) in Schwerin ausgewertet. DNA zu sichern in Rein- oder Mischform, oder einen Treffer  bestimmten Personen zuzuordnen, Fingerabdrücke auswerten, das gehe nicht in anderthalb Filmstunden so wie in den Krimis im Fernsehen.

Inzwischen aber sollen die Demminer Fälle im LKA bearbeitet worden sein. Es liege nichts mehr auf Halde, bestätigt Pressesprecher Michael Schuldt. Er wirbt für Verständnis, dass das Labor nach Priorität arbeitet. Aus dem ganzen Land würden Spuren zum LKA zur Auswertung geschickt. Das sind viele. Schwere Delikte werden zuerst bearbeitet. Die Demminer Sachen müssten jetzt auch schon beim Sachbearbeiter vor Ort zurück sein. So werde auch Manfred G. sein Portemonnaie in absehbarer Zeit zurück bekommen.

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