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Endstation Rumpelkammer

Wohin mit dem Hausrat aus historischen Zeiten, wenn die Sachen aufbewahrenswert scheinen, für den Sperrmüll jedenfalls viel zu schade? Man bietet sie dem Museum an. So wächst auch der Fundus des Regionalmuseums, doch allmählich wird der Platz knapp.

Im Magazin des Regionalmuseums stehen auch Hunderte Bücher, Chroniken, Kartensammlungen. Der Bestand wächst, denn gerade viele ältere Demminer bieten dem Museum historischen Hausrat, Bilder und anderes Aufbewahrenswertes an. Doch allmählich wird der Platz knapp in der größten Geschichtssammlung der Region.
Thoralf Plath Im Magazin des Regionalmuseums stehen auch Hunderte Bücher, Chroniken, Kartensammlungen. Der Bestand wächst, denn gerade viele ältere Demminer bieten dem Museum historischen Hausrat, Bilder und anderes Aufbewahrenswertes an. Doch allmählich wird der Platz knapp in der größten Geschichtssammlung der Region.

Wenn das Demminer Regionalmuseum ein Problem hat, dann ist es - Platz. Genauer gesagt, der Mangel an selbigem: Für eine geordnete Dauerausstellung ist in dem umfunktionierten Kornspeicher von Beginn an kein Raum gewesen. Gut 90 Prozent des Fundus liegen im Verborgenen, in den Archivräumen im vierten Stock des Hanseufer-Zentrums: Möbel, Landkarten, verblichene Schaufensterpuppen, fast 170 Jahrgänge Demminer Lokalzeitungen, mehr als 10 000 Fotos.

Trotz Platzmangels nimmt Museumsleiter Hans Clemens immer wieder neue Exponate für den Bestand an. Warum? „Sammeln und Bewahren gehöre nun einmal zu den klassischen und vornehmsten Aufgaben eines Museums, sagt er. „Ein Museum lebt, die Sammlung erfährt laufend Zuwachs. Auch in diesem Jahr ist uns hier wieder einiges angeboten worden.“

Zum Beispiel ein gut erhaltener Gartenstuhl mit dem Aufdruck der hiesigen Bockbierbrauerei, wie sie früher in den Sommergärten der Ausflugslokale standen. „Den hat eine alte Demminer Familie gestiftet“, sagt Clemens. Gerade ältere Demminer würden die Objekte ihres privaten Sammelns gern im städtischen Museum weiterleben sehen. Rudi Bobzin, einst Verwaltungschef im Krankenhaus, vermachte dem Fundus historische Patientenakten aus der Frühzeit der städtischen Spitäler – ein wertvolles Dokument, das Aufschluss gibt über Krankheiten und medizinische Versorgung vor über hundert Jahren. Im Sommer meldete sich ein Mann aus Westfalen, er wollte dem Museum ein Ölbild übereignen, „eine schöne Demminer Stadtansicht“, sagt Clemens. Das Gemälde steht inzwischen im Archiv.

Alles könne man allerdings nicht aufnehmen, sagt der Museumschef. "Es muss zum Charakter unseres Bestandes passen und vom einem kulturgeschichtlichen oder dokumentarischen Wert sein.“ So wie ein Teil des Fotoarchivs, das die Nordkurier-Lokalredaktion dem Museum jetzt zur Verfügung gestellt hat. Zwei Museumsmitarbeiter sind dabei, den riesigen Bildbestand zu digitalisieren.