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Ethik-Kommission verhindert das Einschläfern von Chicco

Eine junge Demminer Familie sucht nach wie vor ihren Hund, doch mit jedem Tag schwindet die Hoffnung. Erst im November stand das Leben des Vierbeiners auf Messers Schneide, doch danach verliert sich die Spur - aus Datenschutzgründen.

Die weißen Flecken sind sehr markant. Chicco wird seit einem Jahr vermisst.
Giese Die weißen Flecken sind sehr markant. Chicco wird seit einem Jahr vermisst.

Als Kerstin Lenz, Vorsitzende des Landes- und des Demminer Tierschutzvereins, den Beitrag über Chicco im Nordkurier las, traute sie ihren Augen kaum. Der Hund, um den es dort ging, kam ihr sehr bekannt vor. "Das ist einer von den dreien, die wir gerade vor der Ethik-Kommission hatten", ist sie sich sicher. Im November trat das Gremium zusammen, auf Antrag der Hansestadt Demmin. "Sie wollten drei Fund-Hunde einschläfern lassen, weil sie angeblich gefährlich sind", erläutert Kerstin Lenz.

Sie selbst ist neben Vertretern des Kreis-Ordnungs- und des Veterinäramtes Mitglied dieser Kommission und erinnert sich noch sehr genau an Chicco und die beiden anderen Vierbeiner. "Sie zeigten gar keine Bissigkeit, im Gegenteil. Die Hunde suchten sofort Kontakt zu uns, fremden Menschen und ließen sich ohne Probleme führen", meint Kerstin Lenz. Zwar fehle es allen dreien an Erziehung, doch eine Gefahr würde von ihnen nicht ausgehen. Das bestätigte offenbar auch das Gutachten, das die Amtstierärztin erstellt hatte. Die Hunde dürfen aufgrund dieser Einschätzung und des Urteils der Ethik-Kommission am Leben bleiben. Zwar sind das grundsätzlich gute Nachrichten, doch wo Chicco jetzt ist, klärt sich damit noch lange nicht.

Rein rechtlich ist die Behörde auf der sicheren Seite

Anders als das Demminer Ordnungsamt hat Kerstin Lenz übrigens keine Zweifel daran, dass es sich bei dem Tier vor der Ethik-Kommission und Robert Gieses Chicco um einen und denselben Hund handelt. Das Ordnungsamt lässt sich nach wie vor nicht in die Karten gucken, wo der Vierbeiner verblieben ist. "Wir dürfen das aus Datenschutzgründen gar nicht", erläutert Jörg Küthe. Und rein rechtlich ist die Behörde damit auf der sicheren Seite. Laut deutschem Recht muss eine Fundsache ein halbes Jahr lang aufgehoben werden, anschließend hat der Vorbesitzer kein Recht mehr, etwas wieder zu bekommen. Und Robert Giese vermisst seinen Hund ja bereits ein Jahr lang.

Bei der jungen Familie unterdessen schwindet von Tag zu Tag die Hoffnung, ihren Chicco jemals wieder zu sehen.

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