Stürmische Zeiten:

Felix macht Kleinholz in Vorpommerns Wäldern

Die Sturmtiefs vom Wochenende haben eine Splitterspur durch den Kronwald gebrochen. Doch was den Revierförster viel mehr sorgt, ist der Dauerregen: Die durchweichten Waldböden bieten Wurzeln kaum noch Halt.

Diese gesunde Fichte, im Revier Fürstenhof bei Dargun mitten im Stamm glatt weggebrochen, zeigt deutlich die brutale Kraft, mit der die Orkane „Elon“ und „Felix“ auf die Wälder einprügelten.
Thoralf Plath Diese gesunde Fichte, im Revier Fürstenhof bei Dargun mitten im Stamm glatt weggebrochen, zeigt deutlich die brutale Kraft, mit der die Orkane „Elon“ und „Felix“ auf die Wälder einprügelten.

Auf diese beiden Holzfäller hätte Bernd Rohde gern verzichtet: Die Orkantiefs „Elon“ und „Felix“ haben dem Revierförster des Kronwaldes einen großen Haufen Kleinholz hinterlassen. „Wir müssen zwar nicht den Notstand ausrufen, ein paar Bäume stehen schon noch“, sagt Rohde. „Aber runtergekommen ist leider einiges, vor allem in den vorgeschädigten Eschenbeständen. Da gehts mit dem Windbruch jetzt schnell.“

Den genauen Überblick hat er einen Tag nach dem Sturm noch nicht, dafür ist der Kronwald zu groß und dafür war es während des Orkans auch für den Forstmann zu gefährlich, das Revier abzufahren. „Was ich bisher gesehen hab – hauptsächlich sind die Eschen betroffen. Mit unseren starken Buchen hatten wir diesmal Riesenglück. Solange die Bestände geschlossen bleiben, geht der Sturm über die Kronen rüber. Aber wehe da schafft mal eine schwere Fallböe eine Lücke reinzuschlagen, dann fallen die um wie Besenstiele. Und bei dem aufgeweichten Boden wird die Gefahr jetzt mit jedem Regentag größer.“

Nasse Füße, Wind im Haar - das mag keiner

Denn die Kombination macht Vorpommerns Wälder derzeit so anfällig für den gefürchteten Windwurf: Seit Wochen regnet es, das Wasser staut sich in den Beständen. Selbst die schweren Lehmböden des Kronwaldes bieten immer weniger Halt, klagt der Revierförster. „Wenn da jetzt noch ein Sturm dazukommt, wozu das derzeitige Wetter ja neigt, die rutschen aus dem Boden wie aus Butter.“ Unter den Wurzeltellern der umgebrochenen Bäume ist deutlich zu sehen,was Rohde meint: Das blanke Wasser steht dort, knöcheltief.

Darum hat der Grünrock eine große Bitte, gerade im Nachhall auf die beiden Orkane: möglichst auf Waldspaziergänge zu verzichten zurzeit. „Etliche angebrochene Bäume und auch große Äste haben sich in den Kronen verhakt. Das ist lebensgefährlich, wenn sich da plötzlich etwas löst.“ Auch die Kronwald-Forstwirte selbst haben das Holzrücken im Revier vorerst eingestellt. Vor allem wegen des grundlosen Waldbodens: „Ständig fährt sich die Technik fest, das treibt die Kosten hoch, man schafft ja nichts“, sagt der Revierförster.  Nein am sinnvollsten sei es, auf besseres Wetter zu warten. „Was wir bräuchten, wäre Frost. Aber der ist nicht in Sicht, da kommt leider eher noch ein Sturm.“

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