Familie in Sicherheit:

Feuer macht Haus zur Ruine

Wasserschläuche statt fahrender Autos, Aufregung und Schockstarre statt Kleinstadtruhe: In Loitz stand am Sonnabend ein Haus in Flammen. Bei den Löscharbeiten mussten sich die Feuerwehrleute  auch noch beschimpfen lassen.

Die Flammen haben das Dach in der Peenestraße 11 komplett zerstört.
Reinhard Schulz Die Flammen haben das Dach in der Peenestraße 11 komplett zerstört.

Sonnabend kurz vor 10 Uhr ist es vorbei mit der Ruhe in Loitz: In der Peenestraße brennt der Dachstuhl eines Wohn- und ehemaligen Geschäftshauses lichterloh. Flammen schlagen aus den Fenstern der ersten Etage der Nummer 11. Dort, wo einst Textilien verkauft wurden, bietet sich ein trauriges Bild. Schnell ist klar: Das Haus ist eine Ruine, kann wohl nur noch abgerissen werden.

Zitternd und zunächst zu keiner Aussage fähig, verfolgt Bastian Grimm das Agieren der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren. Er konnte sich und seine Familie schnell in Sicherheit bringen. Die Frau und die beiden Kinder kommen sofort bei Angehörigen unter. Der junge Mann schaut zu, wie erst die Flammen, später das Wasser alles Materielle vernichtet, was seine Familie besaß.

Auch seine unmittelbaren Nachbarn, Bewohner aus der Nummer 10, stehen unter Schock. Zwar haben die Flammen nicht übergegriffen, doch Rauch und möglicherweise auch Wasser haben das Haus zunächst unbewohnbar gemacht. Der Loitzer Bürgermeister Michael Sack organisiert eine Ersatzwohnung für die Nachbarn. Alle sind blass, trotz der Aufregung in sich gekehrt.

Anwohner beschimpften die Feuerwehrleute übel

Das allerdings soll zu Beginn der Rettungsaktion anders gewesen sein: „Wir wurden massiv beschimpft, auf sehr üble Art und Weise, sogar die Schläuche wollte man uns aus der Hand reißen“, berichtete Ralf Dieter Grade, Kamerad der Passower Wehr. Er könne zwar verstehen, dass die Anwohner aufgeregt waren, „doch so etwas haben wir noch nie erlebt, das geht gar nicht, wir sind ehrenamtlich im Einsatz, um Menschen zu helfen – dafür müssen wir uns nicht beleidigen lassen“.

Später heißt es auf dem Platz, die Personen hätten sich entschuldigt. Doch der „Ausraster“ wird die Retter noch länger beschäftigen. Die Passower Feuerwehrleute sind die ersten, die am Ort des Geschehens eintreffen – ein Zufall, denn sie sind gerade auf dem Rückweg von einer Wasserschau in der Nähe. Minuten später treffen die Wehren aus den Gemeinden Loitz, Sassen-Trantow, Demmin und die Ortswehr aus Düvier ein. Insgesamt 50 Kameraden sind im Einsatz. Mit Hilfe von zwei Drehleitern werden erst die Flammen, später die Brandnester vernichtet. Personen kommen nicht zu Schaden.

Die Kriminalpolizei schaut sehr genau hin, fotografiert, befragt Betroffene und Einsatzkräfte. Die Ermittlungen dauern an. Kein Wort zur Brandursache. Auch am Sonntag noch nicht: „Die Ermittlungen sind angelaufen. Wenn Erkenntnisse vorliegen, dann werden wir darüber informieren, Anfang der neuen Woche“, sagte gestern auf Nordkurier-Anfrage Falko Haack, Polizeiführer vom Dienst bei der Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg.

Kommentare (1)

Es kann einfach nicht sein, dass die Feuerwehr sich von der Familie in ihrem Dienst behindern und beleidigen lassen muss. Mit einer Entschuldigung ist es bei dieser Famlie auch nicht abgetan. Es ist nicht das erste Mal, dass soetwas passiert. Wann handelt da endlich mal die Polizei und unser Rathaus? Wir sollten doch alle froh sein, dass es bei uns überhaupt noch eine Freiwillige Feuerwehr gibt.