Mehr als eine Million Euro Schaden:

Feuerwehren am Limit

30 Brände gehen auf das Konto eines mutmaßlichen Brandstifters, der seit Monaten sein Unwesen in der Region treibt und viele Menschen in Atem hält. Vor allem die Brandschützer.

So ein Einsatz an einer brennenden Strohmiete wie hier in Vanselow dauert für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren mehrere Stunden. Dabei helfen sich die Wehren untereinander und lösen sich ab. Jana Otto
Jana Otto So ein Einsatz an einer brennenden Strohmiete wie hier in Vanselow dauert für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren mehrere Stunden. Dabei helfen sich die Wehren untereinander und lösen sich ab. Jana Otto

Die beiden Brände in Nossendorf und Vanselow gehen vermutlich auch auf das Konto des Brandstifters, der seit Monaten sein Unwesen in der Region treibt. Jedenfalls sehen die Ermittler der Brand-Sondergruppe Zusammenhänge zwischen den Taten, weshalb sie auch die jüngsten Feuer jetzt in ihre Untersuchungen einbeziehen. „Damit sind es derzeit 30 Delikte, um die sich die Beamten kümmern“, sagt Polizei-Pressesprecher Axel Scholz auf Nachfrage unserer Zeitung.

Der Sachschaden dieser Brände belaufe sich auf über eine Million Euro.

Dem oder den Tätern auf die Schliche zu kommen, ist kein leichtes Unterfangen. „Es ist sehr schwer, vor Ort auswertbare Spuren zu finden“, weiß Axel Scholz. Deshalb ist es für die Beamten umso wichtiger, Hinweise aus der Bevölkerung zu bekommen. Und die gebe es zahlreich. Die Menschen in der Region sind sensibilisiert und aufgrund der vielen Brände wachsamer. „Wir merken, dass die Bevölkerung uns unterstützen möchte und wir brauchen jeden Hinweis“, so Scholz. Es sei eine Sisyphusarbeit, die den Beamten viel Geduld und Akribie abfordere. Zumal das Motiv des Täters nach wie vor im Dunkeln liege, weshalb die Ermittlungen in alle Richtungen liefen.

„Wenn es ihm darum geht, viele Feuerwehren auf einen Haufen zu sehen, dann organisiere ich ihm persönlich einen Tag der offenen Tür“, sagt indes Ralf Müller wütend. Der Amtswehrführer ist immer nah dran, wenn es in seinem Zuständigkeitsbereich brennt und war auch am vergangenen Wochenende im Einsatz. Dabei hat er auch einen Blick auf die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren. „Wir fahren am Limit, mit der Technik und mit dem Personal“, ärgert sich Ralf Müller. Wieder waren in Vanselow und Nossendorf rund 100 ehrenamtliche Feuerwehrleute unterwegs. Und anders als bei einer Mülltonne, dauern diese Einsätze bis zu 20 Stunden und länger. Zeit, in der die Kameraden weder ihrem Beruf nachgehen, noch ihre Freizeit genießen können. Ralf Müller ist sehr dankbar, dass die Feuerwehrleute unter Einsatz ihres Lebens so engagiert sind, um anderen zu helfen. „Sie verdienen höchste Anerkennung“, sagt Müller.

Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt sind die immensen Kosten, die aufgrund dieser mutmaßlichen Brandstiftungen für die Kommunen entstehen. „Das ist in diesem Jahr richtig viel Geld, was dann woanders wieder fehlt“, meint der Amtswehrführer. Auch für den Kreis wird es teuer. Schließlich müssen die Schläuche nach jedem Einsatz in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Neuendorf gereinigt werden. „Das ist immer eine Tagesreise für einen Ehrenamtlichen“, sagt Müller. Wie er hoffen so viele Menschen, dass der Spuk bald eine Ende hat, der Täter gefasst wird und die Leute wieder ruhiger schlafen können.

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