Gefragte Weihnachtsbäume aus dem Kronwald:

Forstamt liefert die Tannen sogar bis nach Hamburg

Gerade gewachsen und alle Äste schön gleichmäßig verteilt – so sieht wohl der Wunschtannenbaum von vielen aus. Doch wie bleibt der Baum lange schön? Und wann sollte er eigentlich geschlagen werden? Forstwirt Wolfgang Behl weiß Rat.

Forstwirt Peter Schröder sägt im Kronwald die Tannen ab, die das Forstamt Poggendorf dann verkauft.
Jana Otto Forstwirt Peter Schröder sägt im Kronwald die Tannen ab, die das Forstamt Poggendorf dann verkauft.

Wolfgang Behl hat sich seinen Weihnachtsbaum schon ausgesucht. Kein Wunder, der Forstwirt sitzt ja sozusagen an der Quelle. Seine Nordmanntanne steht nun kühl und trocken und wartet auf ihren großen Tag. „Ich hole mir jedes Jahr so früh einen Baum“, sagt Wolfgang Behl. Denn der Tanne sei es völlig egal, ob sie Ende November oder erst kurz vor dem Weihnachtsfest geschlagen wird. „Die Bäume sind ja in der Vegetationspause“, erläutert der Fachmann. Sie ziehen kein Wasser und geben auch keines ab. Erst wenn der Baum in die geheizte Stube kommt, wird ihm Wasser entzogen und das kann kritisch werden. Deshalb wird Wolfgang Behl seinen Baum dann frisch anschneiden, damit die Leitbahnen frei sind, und er wird ihn in einen Ständer mit Wasservorrat stellen. „So hält er problemlos durch“, ist sich Behl sicher.

Die Nordmanntanne am beliebtesten, weil sie nicht so schnell nadelt und lange ihren Glanz behält. Darauf hat sich das Forstamt eingestellt und bietet hauptsächlich Nordmanntannen an. Täglich von 8 bis 15 Uhr und noch bis zum 20. Dezember können Interessierte sich ihren Baum im Forstamt Poggendorf aussuchen. Verschiedene Reviere des Amtes liefern dafür zu. So stammen etliche Bäume auch aus dem Kronwald, wo Forstwirt Peter Schröder sie schlägt. Wer möchte, kann sich seinen Baum auch selbst absägen. Am 14. Dezember veranstaltet das Forstamt auf seinem Gelände wieder einen Weihnachtsmarkt mit Bratwurst, Lagerfeuer und Glühwein. „Nur eine Säge sollten sich die Selbstwerber mitbringen“, rät Behl. Die Preise für einen Weihnachtsbaum sind in diesem Jahr nicht gestiegen und liegen beim Forstamt je nach Größe zwischen 10 und 30 Euro. Besonders stolz ist der Forstwirt darauf, dass die Bäume natürlich im Amtsbereich gewachsen sind und keine Chemie gesehen haben.

Das hat sich sogar bis in die Hansestadt Hamburg herumgesprochen. Die hat ihre 800 Nordmanntannen nämlich bislang aus Dänemark bezogen, in diesem Jahr allerdings stammen sie aus den Revieren des Poggendorfer Forstamtes.