Gewaltausbruch in Jarmen:

Frau flieht mit Kindern vor Würge-Attacken ihres Mannes

Das beschauliche Jarmen scheint gerade noch mal an einem größeren Familiendrama vorbei geschrammt zu sein: Die Polizei nahm dort einen stark alkoholisierten Mann fest, der mehrfach seine Lebensgefährtin gewürgt haben soll. Und das sogar vor den Augen ihrer Kinder.

Die Polizei fand den Mann schlafend in der Wohnung.
Jens Wolf Die Polizei fand den Mann schlafend in der Wohnung.

Vermutlich nur durch die Flucht aus ihrer Wohnung konnte jetzt eine 25-Jährige in Jarmen verhindern, dass ihr durch ihren Lebensgefährten noch schwerere körperliche Schäden zugefügt wurden. Das bestätigte am Donnerstag Axel Falkenberg, Sprecher der zuständigen Polizeiinspektion Anklam, auf Nordkurier-Anfrage.

Falkenberg stützte damit Beobachtungen vom Vortag, als um die Mittagszeit am Neuen Markt der Peenestadt die Polizei aufgekreuzt war, um einen 34-Jährigen in Gewahrsam zu nehmen.

Vorausgegangen waren dramatische Minuten für das weibliche Opfer und ihre zwei Kinder. Denn als der mutmaßliche Täter am Mittwochvormittag in ihrer Wohnung aufkreuzte und es wegen seines Alkoholgenusses lautstarken Streit gab, spitzte sich die Situation gefährlich zu, obwohl ein Kleinkind und ein Baby zugegen waren.

Die Frau konnte mit ihren Kindern fliehen

Der Mann sei im Laufe des Wortgefechts völlig ausgerastet und habe der jungen Frau unmissverständlich gedroht, sie umzubringen, wurde berichtet. Außerdem sagten Zeugen, dass der Mann dem Opfer mehrmals die Luft abgedrückt habe und die durch die Wohnung verfolgte, als sie sich losreißen konnte.

Solche Einzelheiten wollte der Polizeisprecher zwar nicht bestätigen, aber seine Schilderung des Tathergangs klingt zumindest von der Faktenlage her eindeutig: „Er hat sie gepackt und offensichtlich ganz massiv gewürgt, das belegen auch die Spuren.“ Das alles sei teils vor den Augen der Kinder passiert, so Falkenberg.

Letztlich gelang es der 25-Jährigen, sich aus den Händen ihres Peinigers zu befreien und mitsamt ihres Nachwuchses aus der Wohnung zu retten. Anschließend fand sie Zuflucht in einem Frisörgeschäft am Neuen Markt, von dort wurde die Polizei alarmiert.

Staatsanwalt stellte Haftantrag

Die herbeigeeilten Beamten fanden den Lebensgefährten schließlich ruhig schlafend im Bett vor, weckten ihn und nahmen ihn vorläufig in Gewahrsam, so der Inspektionssprecher. Bei der Atemalkoholkontrolle vor Ort stellten sie kurz nach 12 Uhr einen Wert von umgerechnet 1,57 Promille fest.

Seine Kollegen hätten den Verdächtigen nach Anklam gebracht und dort festgesetzt. Gegen ihn laufen nun Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, ein Betretungsverbot für die Wohnung gibt es ohnehin. Der Staatsanwalt habe derweil einen Haftantrag gestellt, darüber sollte noch gestern ein Richter entscheiden.

Den dürfte mit Sicherheit auch interessieren, dass der 35-Jährige wohl nicht zum ersten Mal in dieser Hinsicht auffällig wurde.