:

Frustrierter Bauer gibt Stallbau auf

Die rosa Lattenkreuze in den Dörfern rings um Borrentin und Schwichtenberg könnten nun eigentlich abgebaut werden: Die geplante Schweinemastanlage bei Gnevezow ist vom Tisch. Knallen in der Bürgerinitiative die Korken? Es sieht nicht danach aus.

Das Schwein mit Schal als Symbol des Protestes: Die Bürgerinitiative „Contra Schweinemastanlage Gnevezow und anderswo“ hat wohl gewonnen – der umstrittene Stall wird nicht gebaut. 
Thoralf Plath Das Schwein mit Schal als Symbol des Protestes: Die Bürgerinitiative „Contra Schweinemastanlage Gnevezow und anderswo“ hat wohl gewonnen – der umstrittene Stall wird nicht gebaut. 

Jetzt können sie sich also endlich zuprosten, die ökobewegten Protestbürger vom Ostufer des Kummerower Sees. Sie haben ihr Ziel erreicht: Der Schwichtenberger Landwirt Peter Rabe hat seinen Antrag zum Bau einer Schweinemastanlage bei Gnevezow Mitte Oktober nun auch „schriftlich zurückgenommen“. Diese entsprechende Auskunft aus dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt gab Erich Zühlke, Mitglied im Sprecherrat der Bürgerinitiative gegen Rabes Projekt, am Mittwoch bekannt.

Rosa Holzkreuze als Symbol des Protestes

Nun soll alles wieder gut werden in den Dörfern um Borrentin und Schwichtenberg. „Wir zollen Herrn Rabe Respekt, zu Gunsten der Mehrheit der Bürger und Gemeinden der Region entschieden zu haben“, schreibt Zühlke im Namen seiner Mitstreiter. Denen er in dem Pressepapier ausführlich für die Hilfe dankt, eine Reihe von Institutionen auflistend vom Kummerow-Verchener Kirchensprengel bis zu den Gemeinden der Region, „die in eindeutigen Stellungnahmen Position bezogen haben“. Position gegen den Schweinestall, soll das natürlich heißen. Man danke aber auch allen Bürgern, die in „vielfältigsten Aktionen“ von Unterschriftensammlungen bis zu Plakaten ihre Ablehnung der Schweinemastanlage zum Ausdruck gebracht hätten. Markantestes Zeichen des Protestes in den Dörfern der Gemeinde Borrentin: rosa Holzkreuze, stumme Symbole gegen Massentierhaltung. Peter Rabe hatte diese Art der Auseinandersetzung mehrfach als „Spießrutenlaufen“ bezeichnet.

Stall für 6000 Tiere geplant

Bauen wollte Bauer Rabe seine Mastanlage an der Bundesstraße 194 zwischen Borrentin und Gnevezow, in der letzten Fassung war sie für 6000 Tiere ausgelegt. Der Landwirt selbst, durch den Verlauf der Debatte am Ende frustriert und mental deutlich angeknackst wirkend, wollte sich zuletzt nicht mehr öffentlich äußern. Er sah sich und sein Projekt als Opfer geschürter Emotionen einer ideologisierten Massentierhaltungs-Debatte: „Mit sachlichen Argumenten ist gegen diese Stimmungsmache nicht anzukommen.“ Verständigungsversuche zwischen ihm und der Bürgerinitiative scheiterten beinahe zwangsläufig. Es blieb beim Schlagabtausch.