Verkehrszählung:

Für ihre Stadt harren Demminer Schüler im Regen aus

Demmin will sein Verkehrsproblem in der Innenstadt bewältigen. Dazu muss die Stadt wissen, wie stark der Verkehr zur Zeit ist. Die Daten liefern junge Hilfskräfte, die dafür Wind und Wetter trotzen.

Jessica Schroeders Einsatzstelle lag an der Rudolf-Breitscheid-Straße.
             
Georg Wagner Jessica Schroeders Einsatzstelle lag an der Rudolf-Breitscheid-Straße.  

Julia Schäfer hat sich gut vorbereitet auf diesen Spezial-Einsatz. Dick eingemummt in einen schwarz-weißen Strickpullover sitzt die 16-Jährige im Nieselregen auf einem Plastikstuhl an der Ecke Frauenstraße und Burgstraße. An der Stuhllehne hat sie mit Kabelbinder einen Regenschirm befestigt, über ihren Beinen liegt ein langer, gelber Regenschutz. Immer wenn ein Auto in die Burgstraße hinein fährt oder heraus, macht Julia mit Bleistift einen Strich in eine Tabelle. So harrt sie tapfer aus, seit kurz vor 6 Uhr früh.

Julia ist Teil eines Projekts, das den Verkehr in der Demminer Innenstadt zählt. Ihre Aufgabe ist es, in zwei Schichten die Burgstraße zu überwachen. Von 6 bis 10 Uhr und von 15 bis 19 Uhr notiert sie hier alle Autos, Lkws und Radfahrer. Nach knapp vier Stunden hat Julia schon weit über 100 Fahrzeuge registriert .Ein paar Straßen weiter hat Jessica Schroeder Papas Klappstuhl aufgestellt. Die Neuntklässlerin überwacht den Verkehr an der Ecke Rudolf-Breitscheid-Straße und Schulstraße. Ein weiterer Anreiz für die knapp 50 Schüler: Ihre Opferbereitschaft spült ein paar Euro in die Klassenkassen der 9. und 10. Stufe der Fritz-Reuter-Schule.

Die Stadt Demmin erhofft sich von den Ergebnissen ihrer jungen Helfer Aufschlüsse darüber, welche Straßen der Innenstadt wie stark befahren werden. Die Zahlen werden nach Hannover weitergeleitet, an das Planungsbüro Verkehr und Umwelt, das aus ihnen ein Verkehrsmodell für die Stadt aufstellt. Das Büro berechnet außerdem, welche Möglichkeiten es gibt, die Innenstadt zu entlasten. „Ziel ist es, verschiedene Umbaumöglichkeiten zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt erarbeiten zu lassen.“, sagt Bauamtsleiter Dietmar Schmidt. „Wir müssen den Verkehr reduzieren“, betont er. Das Planungsbüro möchte nach eigenen Angaben zwischen den Herbstferien und Weihnachten erste Ergebnisse vorlegen.

Zu den am meisten diskutierten Problemen im Demminer Stadtverkehr gehören die vielen Einbahnstraßen sowie die beiden Bundesstraßen, die durch das Zentrum führen. Dass sich am Demminer Verkehr etwas ändern muss, hat auch der sogenannte Lärmaktionsplan gezeigt, mit dem sich die Stadt in diesem Jahr beschäftigte. Demnach müssen die Anwohner in der Innenstadt Tag für Tag zu viele Dezibel Lärm ertragen.

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