Hohenbollentiner ärgern sich:

Fürs Ekel-Wasser will keiner zahlen

Weil die Dorfleute mehrere Wochen damit leben mussten, dass aus den Wasserhähnen schmutzige Brühe floss, debattieren sie nun mit dem Wasserversorger. Der besteht aber auf sein Wasser-Geld. Was soll nun werden?

Der Teich von Hohenbollentin ist nicht glasklar, muss er auch nicht. Aber aus der Wasserleitung wollen die Hohenbollentiner schon klares Wasser. Das war im vergangenen Jahr nicht immer so.
Gudrun Herzberg Der Teich von Hohenbollentin ist nicht glasklar, muss er auch nicht. Aber aus der Wasserleitung wollen die Hohenbollentiner schon klares Wasser. Das war im vergangenen Jahr nicht immer so.

Neun Wochen lang kam in Hohenbollentin nur braune Brühe mit einer hohen Eisen- und Mangankonzentration aus der Wasserleitung. „Von Anfang August bis Anfang Oktober 2013 betraf das 29 Haushalte, man konnte das Wasser einfach nicht genießen, sich damit nicht waschen und jetzt sollen die Bewohner keine Entschädigung dafür erhalten. Das muss geklärt werden“, meint Bürgermeister Hans Schommer und kämpft für seine Gemeinde.

Experten rätseln, was die Ursache war

Das Wasser sei braun gewesen, habe erdig gerochen und nach Eisen geschmeckt, beschreibt er. Haushaltsgeräte gingen kaputt und auch Sanitärarmaturen nahmen Schaden. Der Wasserversorger, der Wasser- und Abwasserzweckverband Demmin-Altentreptow hatte im vergangenen Jahr kaum eine Erklärung für das schlechte Wasser. Die Wasserexperten rätselten über mehrere Wochen. Vollends wurde der Zustand nicht geklärt, es gab nur Vermutungen, dass möglicherweise eine Luftblase bei Arbeiten im Wasserwerk Lindenberg in das Rohrnetz gelangt sei und Ablagerungen von Eisen und Mangan an den Rohren gelöst haben könnte. Man hatte sich entschuldigt für das schmutzige Wasser, aber gezahlt werden musste der Verbrauch auch für die „schmutzige Zeit“. Dagegen wehren sich die Hohenbollentin, Bürgermeister Hans Schommer setzt sich für seine Einwohner ein. „Es gibt in dieser Woche nun endlich einen Verhandlungstermin mit dem Wasser- und Abwasserzweckverband. Der Vorstand will mich am 6. November anhören“, so Schommer.

Rat eines Anwaltes eingeholt

Der Bürgermeister will den Vorstand dazu bewegen, eine außergerichtliche Einigung zu erwirken. Denn die Einwohner verlangen eine Gutschrift für das in Rechnung gestellte schmutzige Wasser im August und September 2013. Zudem soll der Verband die Rechtsanwaltskosten übernehmen, die bislang entstanden sind, da es keine Einigung mit dem Wasser- und Abwasserzweckverband gab. Die Gemeinde hatte sich darum Rat bei einem Anwalt geholt. „Für zwei Monate wurde eine Leistung nicht erbracht, darum kann das auch nicht gezahlt werden. So ein Zweckverband soll allen Gemeinden dienen, das hat man vielleicht aus den Augen verloren“, meinte Bürgermeister Hans Schommer in der jüngsten Gemeindevertretersitzung.

Laut dem Beschluss der Gemeindevertreter wollen die Hohenbollentiner für den Wasserverbrauch 2014 eine Freimenge. „Wenn es bei der Anhörung mit dem Vorstand aber keine Einigung gibt, werden wir den Klageauftrag erteilen. Dann geht der Kampf weiter“, so Hans Schommer. Denn bislang hatte der Wasserversorger die Einsprüche der Hohenbollentiner als unbegründet abgewiesen. „Wir haben versucht, eine Einigung zu schaffen, seit einem Jahr kämpfe ich darum. Wir hoffen in Hohenbollentin natürlich alle, dass wir uns jetzt einigen können und es eine Entschädigung gibt“, so Schommer. Darum sei für ihn die Klage auch die letzte Instanz.

 

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