Standortfrage wieder ungeklärt:

Fürs Museum steht es fünf vor zwölf

Die Zukunft des Regionalmuseums schien halbwegs gesichert: Umzug in die Pompestraße. Doch die Variante „Landratsamt“ ist nun wohl wieder vom Tisch. Vorerst soll alles bleiben wie es war: Hanseufer. Für ein halbes Jahr. Und dann? Das weiß niemand.

Symbolträchtig: Die Uhr aus dem Gutshaus Alt Plestlin zeigt an, welche Stunde dem Museum bald schlagen wird.
Thoralf Plath Symbolträchtig: Die Uhr aus dem Gutshaus Alt Plestlin zeigt an, welche Stunde dem Museum bald schlagen wird.

In der Ausstellung des Demminer Regionalmuseums steht eine alte Pendeluhr. Sie tickte einst im Gutshaus Alt Plestlin, über hundert Jahre hat sie auf dem Zifferblatt. Die Zeiger stehen auf fünf vor zwölf. Unfreiwillig avanciert die Uhr damit jetzt zum Symbol: Es sieht nicht gut aus für das Museum. Denn die sicher geglaubte Variante – der Umzug in die ehemalige Kreisverwaltung in der Pompestraße – ist wohl wieder vom Tisch.

Schon in der Sitzung des städtischen Kulturausschusses vor drei Wochen deutete sich an, dass etwas im Busch ist: Der Ausschuss verlegte den Beratungspunkt „Zukunft des Regionalmuseums“ überraschend in den nichtöffentlichen Teil. Zur Geheimsache machte der Ausschuss das Thema auf Bitten des Kreises – und auch von Museumschef Hans Clemens selbst. Spätestens da war klar: Irgendetwas klemmt in den musealen Zukunftsplänen.

Unterstützung halbiert

Vorigen Freitag hatte Clemens ein Gespräch bei Vizelandrat Siegfried Konieczny. Der soll nun seitens des Landkreises eine Lösung finden für das Museum – wohl auch, weil er das schon einmal gepackt hat, in den letzten Tagen als Demminer Landrat. Damals übertrug der Kreistag den Fundus für fünf Jahre in Regie des Trägervereins. Der Vertrag lief Ende 2014 aus.

Offiziell drang von dem Treffen nichts nach außen, auch Hans Clemens gibt sich ungewöhnlich wortkarg. Man habe sich auf einen Notvertrag zwischen Verein und Kreis verständigt, sagt er. „Statt für ein Jahr wie ursprünglich vereinbart gilt die kreisliche Unterstützung vorerst nur für ein halbes. Unser Auftrag ist es, bis Ende Juni das Museum öffentlich weiterzuführen. Das Ganze allerdings auf ehrenamtlicher Basis. Der Kreis fängt dafür die Kosten hier am Standort Hanseufer auf.“

Ein Museum am Stadtrand?

Doch die ursprüngliche Variante nach einem Treffen des Museumschefs mit Landrat Heiko Kärger steigt laut Protokoll ausdrücklich auf den „Umzug vom Hanseufer in die Pompestraße“ ab. Da reklamiert der Landkreis jetzt Interpretationsspielraum – gemeint sei im Schwerpunkt der „Umzug in eine kreiseigene Liegenschaft“ gewesen.

Im Gespräch als künftiges Museums-Domizil ist jetzt angeblich der kreisliche Berufsschul-Komplex in der Saarstraße. Bestätigt wird das seitens des Landkreises bisher nicht – immerhin dort stehen etliche Räume leer. Weiter ab vom Schuss könnte man das Regionalmuseum in Demmin kaum einquartieren. Es kommt eher einer Einlagerung des Fundus gleich, denn Publikum wird sich dorthin kaum verirren.

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Kommentare (1)

Ich habe mir vor drei Wochen in Teterow das Heimatmuseum angesehen und war begeistert!Das Museum ist zum Großteil in einem Stadttor untergebracht.Vielleicht auch eine Alternative für Demmin,denn als Jugendherberge wird das Luisentor kaum genutzt.