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Fusion vor zehn Jahren: Kleine Dörfer bereuen gemeinsamen Weg bisher nicht

Von unserem RedaktionsmitgliedKirsten GehrkeDie Ehe zwischen Beestland, Upost und Warrenzin hält ein Jahrzehnt. Noch kriselt es offensichtlich nicht. Im Juni ...

Vor zehn Jahren haben die Gemeinden Upost, Beestland und Warrenzin „geheiratet“. Für Beestland hat Hartmut Kussmann und für Warrenzin Heinrich Höke den Fusionsvertrag unterschrieben. Für Upost übernahmen dies die Stellvertreter.  FOTO: Archiv/Kirsten Gehrke

Von unserem Redaktionsmitglied
Kirsten Gehrke

Die Ehe zwischen Beestland, Upost und Warrenzin hält ein Jahrzehnt. Noch kriselt es offensichtlich nicht. Im Juni wollen die Partner ihren runden Hochzeitstag in Upost feiern.

Warrenzin.„Man kann so viel schon beim Reden lösen“, sagt Hartmut Kussmann. Das hat er in den zehn Jahren gelernt. Für den Bürgermeister der Gemeinde Warrenzin war die Entscheidung völlig richtig. Beestland, Upost und Warrenzin mit Wolkow sind zusammengewachsen. Das Trio war das erste im damaligen Bereich Demmin-Land, das fusioniert hat. Ende März 2003 haben die damaligen Bürgermeister und Stellvertreter den Ehe-Vertrag unterzeichnet. Bis dahin war es jedoch ein langer Weg. „Zwei Jahre haben wir gebraucht“, erinnert sich Kussmann. Es war nicht leicht, die Eigenständigkeit aufzugeben.
Hartmut Kussmann, damals Bürgermeister in Beestland, war es, der Anfang der 2000-er Jahre die Hochzeit angeschoben hatte. „Die anderen taten sich schwerer.“ Aber Bedenken habe es auch in der Gemeindevertretung in Beestland gegeben. Doch nach ausgiebigen Gesprächen mit seinen Amtskollegen in Warrenzin, Heinrich Höke, und in Upost, Elisabeth Fröhlich, kamen sie auf einen Nenner. „Not gab es nicht“, meint Kussmann. Aber es sei abzusehen gewesen, dass alle drei kleinen Gemeinden nicht allein überleben würden. Da wollte man die Hochzeitsprämien nicht verschenken. „Der Haushalt war bei allen drei gesund“, erklärt Kussmann. Jeder habe seine Projekte ohne Probleme gehabt. Doch er habe es mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren können, auf Biegen und Brechen für sich bleiben zu wollen. Zusätzliche Mittel kann jede Gemeinde gebrauchen. 480 Einwohner zählten bei der Fusion die Orte zusammen (123 davon Beestland, 85 Upost). Heute wohnen 476 Menschen in der Kommune. „Wir sind immer noch klein“, stellt der Bürgermeister fest. Aber kein Haus in den Dörfern stehe leer, auch junge Familien ziehen hierher. Die neue Gemeinde mit ihren vier Ortsteilen hat sich gut entwickelt.
Noch vor der Fusion hatten die drei Partner sich Gemeindehäuser gebaut, damit jeder Ort ein kulturelles Zentrum hat. Bis heute treffen sich die Leute in den Dörfern hier. Aus dieser Sicht sei es richtig gewesen, dass die Bürger vor Ort einen Anlaufpunkt bekommen haben. „Aus Kostengründen nicht, es müssen alle Häuser unterhalten werden.“ Aber zu vieles werde schon vom Geld bestimmt.
In Warrenzin, Wolkow und Upost sind inzwischen alle Straßen und Wege gemacht. Nur Beestland hinkt hinterher. Das Dorf ist sehr lang gestreckt. Ein Straßenbau hier ist mit erheblichen Kosten für die Anlieger verbunden. So gibt es hier noch zwei Kopfsteinpflasterstraßen, und zwei andere Wege müssten eigentlich gebaut werden. „Aber die liquiden Mittel fehlen uns im Moment.“ Fertig sind dagegen der Kirchweg und Teilabschnitte des alten Koppelweges.
Die Gemeinde Warrenzin will ihren 10. Hochzeitstag in diesem Jahr feiern. Weil im Sommer 2003 die Fusion in Kraft getreten ist, bereiten die Warrenziner für den
29. Juni ein Fest in Upost vor, der Ortsteil wird zudem 840.

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