Umweltschutz:

Gasometer: Boden soll endlich raus

Wird das vielleicht giftigste Altlasten-Grundstück Demmins 2014 saniert? Davon ist seit Jahren die Rede.

Demmins alter Gasometer wurde 2009 abgerissen, er galt als baufällig und einsturzgefährdet. Auf dem von Umweltgiften verseuchten Grundstück am Richtgrabenweg soll 2014 endlich die Altlasten-Sanierung beginnen.
Georg Wagner Demmins alter Gasometer wurde 2009 abgerissen, er galt als baufällig und einsturzgefährdet. Auf dem von Umweltgiften verseuchten Grundstück am Richtgrabenweg soll 2014 endlich die Altlasten-Sanierung beginnen.

Was auf dem Gelände des früheren Gasometers zwischen Lindenstraße und Richtgrabenweg wirklich alles in die Erde sickerte im Lauf der Jahrzehnte, weiß so genau bis heute kein Mensch. Untersuchungen aus dem Jahr 2006 listen schlimme Umweltgifte auf: Zyanide, toxische Teerverbindungen, Schwermetalle. Auf dem Areal am Mühlengraben stand einst eine Kokerei. Auch der Grund unter dem alten Gasometer dürfte von Laugen und anderen Schadstoffen verseucht sein. Genutzt wurde der Gasbehälter bis zur Wende als Lager von Taumitteln für den Winterdienst.

Nun will die Edis, Besitzerin des Gasometer-Grundstücks, dort den Boden austauschen lassen – nach Informationen aus dem Stadtbauamt im kommenden Jahr. Die Altlasten-Sanierung galt immer als Grundbedingung, um das Areal überhaupt wieder nutzen zu können. Überlegungen dafür gab es schon in den 1990er-Jahren, zuletzt unter anderem für den Neubau einer Polizeiinspektion. Was nach der Sanierung konkret aus dem Gelände werden soll, ist derzeit noch offen. Ein Bodenaustausch istextrem teuer. Doch allein schon die Umwelt wäre es ein Segen – die Giftparzelle grenzt direkt an den Mühlengraben, quasi einen Nebenarm der Peene. Es ist das tiefstgelegene Quartier der Hansestadt, nirgendwo ist man dem Wasser näher als hier. Wie viel von den Bodengiften des Gasometer-Areals in den vergangenen Jahren schon in die Peene gespült wurden, kann man nur vermuten.

Die Gasanstalt versorgte Demmin ab etwa 1864 viele Jahrzehnte mit Stadtgas – Konzerne wie Gazprom und Pipelines von Russland quer durch die Ostsee brauchte damals in Vorpommern noch kein Mensch. Der bis zu 3000 Kubikmeter fassende Gasbehälter von 1910 stand bis zuletzt als technisches Denkmal unter Schutz, im Herbst 2009 wurde er dann doch – als einer der letzten historischen Gasometer Mecklenburg-Vorpommerns – abgerissen. Ein Gutachten bescheinigte dem Eisentopf akute Einsturzgefahr.

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