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Geht die Binnenschifffahrt auf der Peene bald unter?

Sinkende Erlöse, steigende Kosten und zurückgehendes Frachtaufkommen: Aus Sicht eines Binnenschiffers sieht Demmins maritime Zukunft eher trübe aus.

Umschlag im Demminer Hafen - bald nur noch Geschichte?
Georg Wagner Umschlag im Demminer Hafen - bald nur noch Geschichte?

Als das in Anklam beheimatete Frachtschiff „Dömitz“ als letztes des Jahres 2013 in Demmin festmachte, freute sich Schiffsführer Ullrich Krüger auf die Weihnachtsfeiertage. Doch in die Freude mischte sich ein Wermutstropfen. Denn beruflich schätzt der knapp 60-Jährige die Zukunft eher düster ein. „Die Binnenschifffahrt“, sagt er, „ist völlig aus dem Ruder gelaufen.“ Die Kosten seien in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Kraftstoff, Gebühren, Reparaturen, „alles ist teurer geworden, aber die Frachtraten sind nicht mitgegangen.“ Man fahre nur noch auf Verschleiß.

Dabei sieht der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt die Branche durchaus im Aufwind. Erfreulich sei, dass die weitere Förderung des Binnenschifffahrtsgewerbes im Koalitionsvertrag festgeschrieben wird, wertete er im November die neuen Regierungsabsichten. Und zuvor im September verwies der Verband darauf, dass 2012 die Binnenschifffahrt als einziger Verkehrsträger an Menge und Transportleistung zugelegt habe. Mit 223,2 Millionen Tonnen Gütern auf deutschen Wasserstraßen habe die Güterbeförderung gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent zugenommen.

Doch positive Entwicklungen auf großen Wasserstraßen wie auf dem Rhein oder in umschlagstarken Häfen wie Duisburg-Ruhrort müssen im relativ abgelegenen Peene-Revier längst nicht zutreffen. Tatsächlich dümpelt der Demminer Hafen seit Jahren vor sich hin. Rund 23 000 Tonnen Fracht wurden 2010 hier umgeschlagen, gut 19 000 Tonnen waren es 2011. Ein Jahr später bilanzierte der Hafen rund 17 000 Tonnen Umschlag. Für 2013 liegt zwar noch keine abschließende Bilanz vor, doch die Entwicklung des ersten Halbjahres sah ähnlich aus. Rund 8500 Tonnen Dünger, Getreide und Raps gingen bis Jahresmitte über die Kaikante.

In einigen Jahren, meint Krüger mit Blick auf die Kosten- und Erlösentwicklung, werde es hier keine Frachtschifffahrt mehr geben. Immerhin, einen Trost gibt es: Die Firma HaGe Nordland kündigte 2013 an, verstärkt auf die Schifffahrt zu setzen.