Haushalt auf der Kippe:

Gemeinde gibt ihren letzten Cent her

Noch klimpert es ein wenig in der Gemeindekasse. Doch Hohenbollentin weiß schon jetzt, dass Ende des Jahres alle Rücklagen aufgebraucht sein werden. Dann bleibt nur noch, Kredite aufzunehmen. Aber auch die müssen zurückgezahlt werden. Oder vielleicht doch eine Fusion?

Das Gemeindehaus von Hohenbollentin soll in diesem Jahr ein neues Dach bekommen, wenn die Fördermittel fließen.
Hans Schommer Das Gemeindehaus von Hohenbollentin soll in diesem Jahr ein neues Dach bekommen, wenn die Fördermittel fließen.

Es steht nicht so gut um die Gemeinde Hohenbollentin. Mit ihren 126 Einwohnern ist sie die kleinste Kommune im Amt Demmin-Land, die noch selbstständig wirtschaftet und bisher auch noch nicht über eine Fusion nachgedacht hat. Aber die Haushaltslage ist inzwischen sehr angespannt.

„Die Sanierung des Gemeindehauses wird absehbar die letzte investive Maßnahme in Hohenbollentin, da Ende des Jahres alle liquiden Mittel aufgebraucht sein werden“, wagte Bürgermeister Hans Schommer einen düsteren Blick in die Zukunft. Da sich die finanzielle Situation auch kaum verbessern dürfte, wird die Gemeinde im Jahr 2016 wohl den ersten Fehlbetrag ausweisen. Auf 7800 Euro schätzt er diesen schon jetzt. „Darum muss die Gemeinde im kommenden Jahr auch ein Haushaltskonsolidierungskonzept einreichen“, erklärte Kämmerin Manuela Pohlheber den Abgeordneten.

Sag, wie hast du's mit der Fusion?

„Darum hoffen wir für die Sanierung des Gemeindehauses auch auf eine Förderung von 90 Prozent, um das Projekt realisieren zu können“, so der Bürgermeister. Investiert werden müssen dafür rund 38 000 Euro. In diesem Jahr stehen außerdem noch der Bau einer Löschwasserentnahmestelle, die Sanierung des Risses auf dem Gehmkower Weg sowie die Rainpflege der Landwege durch Heckenschnitt an. Für den Löschteich soll eine Förderung von 6600 Euro fließen.

Noch liegen im Haushalt 26 500 Euro an Geldmitteln, die aber zum Jahresende aufgebraucht sein werden. „Die Gemeinde lebt seit Jahren von ihrer Substanz“, schätzte die Kämmerei des Amtes Demmin-Land ein. „Wir haben gehofft, dass die angekündigten Einsparungen durch die Kreisstrukturreform kommen, aber die blieben leider aus“, so der Bürgermeister. Die Gemeinde habe alle Möglichkeiten für Einsparungen ausgeschöpft: Hebesätze erhöht, Gemeindearbeiter abgeschafft – noch mehr gehe nicht. Auch die Widersprüche gegen die hohen Kreisumlagen schon in den Jahren 2013 und 2014, die vom Hohenbollentin Bürgermeister eingereicht wurden, haben keine Wirkung gezeigt. Auf lange Sicht kann die Gemeinde nun keine Investitionen mehr vornehmen, geschweige denn nur mit Krediten die Pflichtaufgaben erfüllen.

Nun bleibt Hohenbollentin wohl nur noch, sich doch allmählich mit dem Gedanken an eine Fusion anzufreunden. Auch wenn Bürgermeister Schommer daran nach eigener Aussage weiterhin nicht denken will.

 

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