Mastanlagen-Bau:

Hat Gnevezow noch mal Schwein gehabt?

Die Pläne eines Landwirtes geben der Gemeinde echte Rätsel auf. Will er nun eine Mastanlage bauen oder will er nicht? Der Bauer hat vor den Vertretern des Dorfes Stellung bezogen. Dabei hat auch der Ärger von Alt Tellin eine Rolle gespielt. Eine Spurensuche.

Schweinehaltung in der Seenplatten-Region: Das gibt es natürlich hier auch. Und dazu mächtige Debatten innerhalb der Siedlungen.
Wolf-Dietrich Weissbach Schweinehaltung in der Seenplatten-Region: Das gibt es natürlich hier auch. Und dazu mächtige Debatten innerhalb der Siedlungen.

Natürlich leben die Dorfbewohner von Gnevezow mit der Landwirtschaft. Aber auch sie sehen Pläne der Landwirte kritisch. Und wollen genau wissen, ob in ihrer Umgebung ein zweites Alt Tellin droht. Eine Horrorvorstellung für viele. Denn die meisten fürchten sich nämlich vor einer Schweinemastanlage an der B 194. Aber in den letzten Wochen ist es dann doch sehr still um dieses Thema geworden. Zumal der Schwichtenberger Landwirt Peter Rabe, der die Anlage bauen wollte, die Proteste kennt und es inzwischen auch aufgegeben hat, sein Ziel zu verfolgen.

Doch so mancher Dorfbewohner hat bislang daran gezweifelt und tut es wohl immer noch. „In der Gemeindevertretersitzung am 18. September in Meesiger hat Herr Rabe gesagt, dass diese Investition vom Tisch sei. Aber jetzt haben wir erfahren, dass er bereits Anfang September Unterlagen für einen Antrag zur Errichtung einer Schweinemastanlage eingereicht hat. Warum eigentlich?“, meint Erich Zühlke, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Meesiger. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt habe die Antragsunterlagen von Peter Rabe am 2. September erhalten und jetzt weitere Antragsordner angefordert. Das macht die Gnevezower misstrauisch.

Bürgermeister wurde einen Tag vorher angerufen

Erich Zühlke habe jetzt in der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Gnevezow als Bürger die Anfrage gestellt, ob die Gemeindevertreter von Borrentin darüber informiert seien. Die Antwort: Die Gemeindevertreter haben keine Kenntnis darüber. Nur der Bürgermeister Thomas Hannemann sei telefonisch einen Tag vor der Sitzung informiert worden. Was hat das zu bedeuten?

„Der Antrag ist nur wegen der Fristenwahrung eingereicht worden“, antwortete Landwirt Peter Rabe auf die fragenden Blicke der Gemeindevertreter. Er werde aber keine Schweinemastanlage in der Gemeinde bauen, zumal die Mehrheit der Gemeindevertreter diese geplante Anlage ablehnte.

„Diese Aussage von Herrn Rabe wurde auch zum Protokoll genommen in den Gemeindevertretersitzungen, dennoch gibt es eine Stimmung des Misstrauens, denn in der Aussage ist doch ein Widerspruch. Warum wird ein Antrag gestellt, wenn man nicht mehr bauen will“, meint Erich Zühlke.

Umzugskartons voller Unterlagen

„Für mich ist das Thema durch“, entgegnet Landwirt Peter Rabe gegenüber dem Nordkurier auf die Frage nach dem Bau der Schweinemastanlage. Es sei nach seiner Meinung in der Region keine sachliche Diskussion mehr möglich. Vor dem Hintergrund der Anlage in Alt Tellin gebe es nur Emotionen, die ständig hochschlagen. „Das tue ich mir nicht mehr an in diesem Landkreis“, so Peter Rabe. Die gesamte Region leide darunter, dass Ideen und Innovationen fehlen, aber die Investoren ziehen sich zurück. Der Bau einer Schweinemastanlage sei hier nicht gewollt.

In seinem Haus stehen jetzt acht Umzugskisten voller Unterlagen zum Projekt Schweinemastanlage. „Es hat hohe Planungskosten gegeben, darum wurden die Unterlagen eingereicht, wie gesagt, um Fristen einzuhalten, aber gebaut wird definitiv nicht mehr“, versichert der Schwichtenberger Landwirt. Näher wollte er sich aber dazu nicht mehr äußern.

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