Vernichtender Brief aus Schwerin:

Haus Demmin ist nicht förderfähig

Das hatten sich die Demminer sicherlich anders vorgestellt. Sie wollten das Burgwall-Areal von Haus Demmin sanieren und erlebbar machen. Die historische Wiege der Pommern! Jetzt ist der Ofen aus.

Der Burgwall von Haus Demmin ist geschichtlich bedeutsam. Doch Schwerin hält die geplanten Neugestaltung trotzdem nicht für förderfähig.
Carsten Büttner Der Burgwall von Haus Demmin ist geschichtlich bedeutsam. Doch Schwerin hält die geplanten Neugestaltung trotzdem nicht für förderfähig.

Schon wieder schlechte Nachrichten aus Mecklenburg! Ausgerechnet im Demminer Jubiläumsjahr so ein Rückschlag: Schwerin hält die geplante Neugestaltung des Areals von Haus Demmin, historisch eine der Wiegen Vorpommerns, für nicht förderwürdig.

Mit anderen Worten: Vorläufig gibt es kein Geld dafür aus dem Wirtschaftsministerium. Bürgermeister Michael Koch (CDU) setzte die Abgeordneten des Stadtparlaments darüber mit nüchternen Worten in Kenntnis.

Eines der wichtigsten Vorhaben der Stadt

Das war's dann wohl erst einmal mit dem Vorhaben, das imposante Burgwallgelände am Zusammenfluss von Peene und Tollense erlebbbar zu machen. Es hätte ein touristischer Anziehungspunkt der Hansestadt werden können. Mit barrierefreien Zugängen, neuen Wanderwegen, wiederhergestellten historischen Wallanlagen und einer Anbindung an das Stadtgebiet.

So euphorisch jedenfalls sah es das „Mehrziel-Projekt“ im neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzept vor. Die Neugestaltung von Haus Demmin war darin sogar eins der vier Schwerpunkt-Vorhaben.

Im kommenden Jahr sollte es losgehen, vielleicht auch erst 2017, aber dann ganz bestimmt. Veranschlagter Kostenrahmen: 500 000 Euro. Das ist eine Menge Holz. Was dort jedoch als Backstein-Ruine über dem Hochufer der Peene thront, ist nicht weniger als der älteste erhaltene Rest eines weltlichen Gebäudes in ganz Pommern!

Ohne Förderung ist nicht mal Geld für die Pflege da

Die Regenten im mecklenburgischen Schwerin hebt das aber leider nicht an. Das Projekt Haus Demmin lasse sich „derzeit nicht als förderfähig einordnen“, zitierte Bürgermeister Koch das Ergebnis der Untersuchung, mit der das Wirtschaftsministerium jetzt das neue Stadtentwicklungskonzept bewertete. Und insgesamt für gut befand. Immerhin.

Wie es jetzt ohne Aussicht auf baldige Fördermittel auf Haus Demmin weitergeht, ist völlig offen. Der Stadt fehlt sogar für Pflegemaßnahmen das Geld. Vor einem Konzert am vergangenen Wochenende musste der Veranstalter den Rasen sogar selbst mähen. Das Gras stand kniehoch. Doch vor allem der ruinöse Torso des Podewilschen Herrenhauses, ausgebrannt und seinerzeit nur notgesichert, gilt mittlerweile als akut einsturzgefährdet.

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