Erschließung "schwierig":

Haus Demmin: Vorpommerns Wiege sucht einen Käufer

Auf der größten Immobilien-Fachmesse Europas steht diesmal auch ein Objekt aus der Hansestadt zur Auswahl: Die Kommune sucht einen Investor für die touristische Veredelung von Haus Demmin. Dies ist so etwas wie die letzte Chance.

Haus Demmin soll touristisch entwickelt werden - kein einfaches Unterfangen.
NK / Archiv Haus Demmin soll touristisch entwickelt werden - kein einfaches Unterfangen.

Anfang Oktober dreht sich in München das große Investorenkarussell. Die Expo Real, Europas bedeutendste Immobilienmesse. Die Chancen stehen hier nicht schlecht für Haus Demmin.

Die Hansestadt griff diesmal ins ganz obere Regal, als sie ihr geschichtsträchtiges Burgwall-Areal über MV Invest, die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes, als Investitionsobjekt für die internationale Fachmesse anmelden ließ. Es ist so etwas wie die Flucht nach vorn: "Wir suchen einen Investor", sagt Bauamtschef Dietmar Schmidt unverblümt. "Denn sonst wird es schwierig, auf dem Gelände etwas zu entwickeln."

Heftiger Widerstand

"Schwierig" scheint heftig untertrieben angesichts des Widerstandes, der den Plänen der Kommune für eine touristische Erschließung von Haus Demmin entgegenwächst. Kaum war die Idee in der Welt, brach der Ärger los. Dabei gab es noch gar keine Details, doch Stichwörter wie "Baumhaus" oder "Bootsanleger" reichten schon.

Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege verwies sogleich auf den hochsensiblen Charakter der Halbinsel als landesweit bedeutsames Bodendenkmal. Die Burgruine gilt als ältester Rest eines Profanbaus in ganz Vorpommern, das als mittelalterliches Fürstenreich hier seinen ersten Regierungssitz hatte.

Gelände steht mehrfach unter Schutz

Noch aussichtsloser scheint die Lage an der grünen Front. Das gesamte Areal steht gleich mehrfach unter Schutz: als Naturschutzgebiet, als so genanntes FFH-Reservat, als Naturpark. Zu den Europäischen Vogelschutzgebieten zählt das Peenetal auch noch.

"Uns ist doch selbst klar, dass dort nicht alles geht, wir wollen das Gelände doch gerade im Einklang mit der Natur entwickeln", sagt der Bauamtschef. "Dass gleiche gilt für den Denkmalcharakter. [...] Gerade wegen der Bedeutung von Haus Demmin als Wiege Pommerns verdient das Areal aber doch, aufgewertet und als Wahrzeichen unserer Stadt für Besucher erschlossen zu werden."

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