Ein Diebstahl und sein Happy End:

Hohenbrünzow lauscht dem Klang der geklauten Glocke

Diesem Klang werden die Einwohner von Hohenbrünzow wohl noch lange mit einem besonderen Gefühl hinterherlauschen: ihrer Friedhofsglocke. Als Bürgermeisterin Bärbel Westphal sie nun erstmals wieder anschlug, läutete sie auch das glückliche Ende eines bizarren Diebstahls ein, dessen Motiv sowohl den Leuten als auch der Polizei immer noch einigermaßen rätselhaft ist. Wer klaut schon eine Glocke?

Bevor die Friedhofsglocke von Hohenbrünzow wieder läuten konnte, wartete auf die Helfer Schwerstarbeit.
Thoralf Plath Bevor die Friedhofsglocke von Hohenbrünzow wieder läuten konnte, wartete auf die Helfer Schwerstarbeit.

In diesem Fall führte die Spur ins sächsische Markneukirchen. Dorthin, in das obere Vogtland, hatte der mutmaßliche Dieb die mehr als hundert Kilogramm schwere Glocke vom Hohenbrünzower Friedhof "entführt" - zusammen mit einer zweiten, in Dahmen am Malchiner See ebenfalls aus einem offenen Glockenstuhl gestohlen. Kriminalisten aus dem sächsischen Plauen staunten, als sie bei dem 57-jährigen Mann die zwei Bronzeglocken fand. Geholfen hatte freilich auch Kommissar Zufall, denn eigentlich war die Kripo einer anderen Straftat auf der Spur. Zum Glück war das historische Geläut unversehrt.

Zurück in den Glockenstuhl gehievt

Am Freitagabend hievten mehrere Männer die schwere Glocke, 1861 in Demmin gegossen, mit einem Flaschenzug zurück in den backsteinernen Glockenstuhl. Bürgermeisterin Westphal hätte nie geglaubt, dass sie diesen Augenblick erleben würde. Sie selbst hatte den frechen Raub am 2. Januar bemerkt.

Weniger Glück hat bisher die Gemeinde Dahmen. Deren Glocke, sie stammt sogar aus dem Jahr 1614, konnte zwar ebenfalls gerettet werden, doch vor dem Wiedereinbau muss der Glockenstuhl untersucht und möglicherweise repariert werden, er ist laut dem dortigen Pastor nicht mehr stabil und hat vielleicht durch den Diebstahl Schaden genommen.

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